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Flüchtlingshilfe Langenfeld besteht fünf Jahre

Flüchtlingshilfe Langenfeld besteht fünf Jahre : Beim Helfen entstehen Freundschaften

Gisela Kuhrig betreut seit 30 Jahren Geflüchtete, hilft als städtische Honorarkraft bei der Wohnungs- und Möbelsuche und steht in engem Kontakt zur Flüchtlingshilfe. „Die Flüchtlingshilfe hat den Geflüchteten und mir immer sehr im Bereich Antragswesen geholfen und uns bei allem tatkräftig unterstützt“, sagt Kuhrig anlässlich des fünfjährigen Bestehens der ehrenamtlichen Initiative.

„Viele Familien sind integriert, haben Arbeit und eine Wohnung.“ Kuhrig selbst habe viele Freundschaften mit Geflüchteten über die Jahre geschlossen. Dazu gehört Christin Kherikheder, die mit ihrer sechsköpfigen Familie aus dem Irak flüchten musste. „Meine Familie und ich fühlen uns in Langenfeld mittlerweile sehr wohl. Das haben wir der Flüchtlingshilfe und Frau Kuhrig zu verdanken, die uns sehr geholfen haben“,  Christin Kherikheder.

Eine der größten Herausforderungen bewältigte der Verein im Oktober 2018, als es im Flüchtlingsheim Alt Langenfeld brannte. Die Ermittlungen dazu wurden mittlerweile eingestellt. „Der Brand in dem Heim verdeutlichte, dass Menschlichkeit der entscheidende Aspekt ist, um Menschen in schwierigen Situationen zu helfen“, sagt Vorstandsmitglied Frank Schöler rückblickend.

Die nach dem Feuer Ausquartierten hatten tagelang zunächst keinen Zugang zu ihren persönlichen Dingen. Viele Ehrenamtliche hätten sie dann in den neuen Unterkünften mit Kleidung, Essen und einer Basisausstattung versorgt. Manche kümmerten sich besonders um das Wohl der Kinder, lenkten sie mit Spielenachmittagen, Transportfahrten zu den Schulen und liebevollen Gesprächen ab. „Unser Engagement und unsere Netzwerkarbeit untereinander war in dieser schwierigen Zeit enorm wichtig“, sagt Schöler. „Denn das war eine sehr große Belastung für alle.“

Überrascht zeigte sich der Verein über die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Langenfelder Bürger. „Wir haben nie darüber nachgedacht, dass so etwas wie ein Brand in einer Flüchtlingsunterkunft passieren könnte.“ Doch dank guter Vorbereitung habe die Organisation funktioniert.

Die meisten Geflüchteten fühlten sich in  Langenfeld wohl, meint Schöler. Großen Anteil daran hätten die Schulen, die von Anfang an sehr engagiert und mit viel Empathie auf Kinder und Familien zugegangen seien und damit ein Gefühl von Dazugehörigkeit vermitteln konnten. „Viele Geflüchtete können heute ein relativ normales Leben führen, da sie nicht mehr als Geflüchtete erkannt werden oder sich als solche zu erkennen geben müssen.“ Dennoch spürten Asylbewerber auch in Langenfeld die Tendenz zu verstärkter Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. „Daraus resultiert natürlich auch ein Unwohlsein. Dagegen wollen wir weiterhin angehen.“

Passend zum fünfjährigen Bestehen wurde die Flüchtlingshilfe.Langenfeld darüber informiert, dass sie unter den letzten acht Kandidaten in die Auswahl für den Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrats NRW gekommen ist. Der Einsatz des Langenfelder Vereins für schutzsuchende Menschen habe den Flüchtlingsrat beeindruckt, heißt es in einem aktuellen Schreiben.