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Langenfeld: Floristen zeigen ihre schönsten Gestecke

Langenfeld : Floristen zeigen ihre schönsten Gestecke

Die Prüfung zur Floristin ist anspruchsvoll. Azubis wie Sarah Hörmandinger aus Langenfeld sollen sich gestalterisch großen Namen aus Architektur und Kunst nähern - von Hundertwasser bis Niemeyer.

Sarah Hörmandinger schneidet bunte Steckschwämme in unterschiedlich große Stücke. Dann setzt die angehende Floristin die farbenfrohen Gewächse vorsichtig an den Rand einer flachen Glasschale. Diese Gestaltung ist Teil ihrer Prüfung, die sie im Seniorenwohnstift Haus Schlosspark in Düsseldorf-Benrath absolviert. Vier Aufgaben muss sich die 20-Jährige im praktischen Teil ihrer Prüfung zur Floristin stellen. "Ich habe mich für Tischschmuck entschieden und gestalte eine große Bodenschale, ein hohes Tischgesteck, einen Strauß sowie Tafelschmuck", erklärt sie. Und das nicht irgendwie.

"Gestalten Sie ein gestecktes Arrangement passend zu einem Gemälde oder Bauwerk von Friedensreich Hundertwasser", lautet die Aufgabe. Sarah Hörmandinger hat sich für ein Gebäude entschieden. "Wir waren mit unserer Klasse in Essen und haben das Hundertwasserhaus besichtigt", erzählt sie. Aus den Anregungen hat sie gemeinsam mit ihrem Ausbilder Frank Lemmer die Idee für ihr Prüfungsgesteck entwickelt. Die bunte und einen Quadratmeter große Platte aus bunten Stecksteinen hat sie bereits vorbereitet. Darauf steht die Glasschüssel mit Steckschwämmen. Damit der Bezug zu Hundertwasser augenfällig wird, steckt sie vorsichtig eine 1,20 Meter hohe Metallpyramide mit goldenem Knauf in die Schwämme. "Die Kugel erinnert an Hundertwassers Zwiebel, die alle seine Gebäude ziert", erläutert Sarah. Zwischen die Stäbe der Pyramide setzt sie vorsichtig Rosen, Fackellilien und zum Schluss Gräser - alle in Rottönen. "So ergibt sich eine klare Struktur", erklärt die angehende Floristin. Blätter oder ganze Köpfe zupft sie vorsichtig von den Rosenstielen ab und legt sie in die mit Wasser gefüllte Schüssel. "Das symbolisiert Leben und Vergänglichkeit, wie man es auch in Hundertwasserhäusern findet", sagt sie.

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Ausbilder Lemmer, der aufmerksam auf die flinken Hände seiner Auszubildenden blickt, ist stolz. "Bei der Prüfung wird nicht nur das handwerkliche Geschick sondern auch die kreative Leistung bewertet", sagt er. Neben dem Hundertwassergesteck präsentiert Sarah eine Bodenschale, die sie mit schlichten Sukkulenten, Steinen und Glasbruch bestückt. Sie sind von Mies van der Rohes Pavillon inspiriert. "Das Gebäude hat klare Strukturen, ist schlicht. Davor liegen Steine und es fließt Wasser. Weniger ist hier mehr", sagt Hormandingen und zieht behutsam eine Dose mit Glasbruch aus dem Regal. Sie hat sich für Sanseverien und Aloe-Pflanzen entschieden, die sehr klar und gerade in ihrer Form sind.

Für die Widmung an das Lebenswerk des Architekten Oscar Niemeyer biegt Sarah weißgewandeten Draht zurecht. "Das gibt die Tellerformen vor, die den Nationalkongress in Brasilia charakterisieren", sagt sie. Weiße Anturien, Zierknoblauch und der Fruchstand von Zierzwiebeln werden in den Drahtkorb gesteckt. So entsteht ein flächiger Strauß. "Niemeyer hat meist mit wenig Farbe gearbeitet. Deshalb habe ich den Strauss in Grün und Weiß gestaltet", erläutert die Floristin in spe.

Für den Tischläufer hat sie sich Gustav Klimts "Blue Dress" vorgenommen. Die farblich passenden Blumen hat sie schon ausgesucht - natürlich in Blautönen. Dazu kommen Pfauenfedern und goldfarbene Spiralen.

"Ich hoffe natürlich, dass ich eine gute Note bekomme", sagt Sarah Hörmandinger, die mit vier weiteren Auszubildenden im Haus Schlosspark antritt. Aus Langenfeld ist sie die einzige im Bezirk der IHK Düsseldorf. "Eine Auszubildende kommt aus Düsseldorf, die anderen drei sind von der Arbeiterwohlfahrt", erläutert Frank Lemmer, der als einer von drei Betrieben in Langenfeld ausbildet.

(RP)