Monheim: Feuerwehr wirbt um Nachwuchskräfte

Monheim : Feuerwehr wirbt um Nachwuchskräfte

Zum 1. August bekommt die Monheimer Feuerwehr ein neues Leitungsteam. Hartmut Baur, Torsten Schlender und Achim Bremer stehen vor vielfältigen Herausforderungen.

Alle drei Männer haben schon als jugendliche und junge Erwachsene ihren ersten Kontakt zur Freiwilligen Feuerwehr gehabt. Dass Hartmut Baur, Torsten Schlender und Achim Bremer bis heute dabei blieben und im August sogar in führende Positionen aufsteigen, zeigt ihr Durchhaltevermögen und die Liebe zum erwählten Beruf: "Wir sind kein Sportverein. Bei uns wird hart gearbeitet, man macht sich schmutzig, und manchmal ist es sogar gefährlich", umriss Hartmut Baur, den der Stadtrat jetzt als neuen Leiter der Freiwilligen Feuerwehr und Leiter der Feuer- und Rettungswache ernannte, die Bedingungen bei der Monheimer Wehr.

Und deshalb ist es gar nicht so einfach, Nachwuchs zu werben. Die Monheimer Feuerwehr kann auf 110 ehrenamtliche Kräfte in Monheim und Baumberg zurückgreifen. Die Jugendfeuerwehr hat 23 Mitglieder. Zusätzlich machen 43 hauptamtliche Leute Dienst. Im Rahmen des Brandschutzbedarfsplans werden zum 1. April und 1. Mai jeweils eine Stelle in der Verwaltung und in der Brandschutzerziehung besetzt. Das interne Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Für die beiden Kollegen, die dann in den gehobenen Dienst aufrücken, werden externe Nachwuchskräfte eingestellt. Sie wurden bereits ausgewählt und beginnen ihren Dienst im April beziehungsweise im Mai.

Die Wache an der Paul-Lincke-Straße grenzt direkt an das dicht besiedelte Berliner Viertel, in dem viele Menschen mit ausländischen Wurzeln leben. Die meisten Einsätze sind dort. "Deshalb brauchen wir mehr ehrenamtliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund", sagte Baur. Gerade einmal ein Prozent sei es bei den ehrenamtlichen Kräften und sechs Prozent bei der Jugendfeuerwehr. In Gefahrensituationen könnten sie aufgrund ihrer Sprachkenntnisse deeskalierend auf verängstigte Bewohner einwirken. "Wir sammeln Ideen, wie wir auf dieses Klientel zugehen", sagte Hartmut Baur.

1981 wurde die Feuerwache gebaut. Damals taten 20 hauptamtliche und 35 ehrenamtliche Feuerwehrleute Dienst. "Wir haben uns bis jetzt verdoppelt, folglich platzen die Räume aus allen Nähten", erinnerte Torsten Schlender. "Wir brauchen für die umfangreiche Ausrüstung größere Lagerflächen und haben mehr Fahrzeuge." Im Rahmen des Brandschutzbedarfsplans hat die Feuerwehr einen Rahmenplan erstellt. Jetzt prüft ein Gutachter, was der Standort hergibt und wie viel der Ausbau kostet. "Da muss erheblich Geld in die Hand genommen werden", wissen die Wehrleute. In einigen Wochen soll das Gutachten vorliegen. Doch bis die politischen Entscheidungen getroffen und die Planungen in Auftrag gegeben werden können, gehe noch einige Zeit ins Land. Frühestens 2015 rechnen die Führungskräfte mit der Modernisierung.

Schon in naher Zukunft erwarten Baur, Bremer und Schlender hingegen eine Entscheidung, wie die Verwaltung mit der Überstundenregelung für die Jahre 2001 bis 2007 verfahren will. Das Gespräch mit dem Bürgermeister sei "konstruktiv" gewesen, signalisierte das Trio. Und auch auf Seiten der Kollegen gebe es die Bereitschaft zum Kompromiss. Langfristig werde die Mehrarbeit aber nicht ohne eine Personalaufstockung möglich sein.

(RP/ac)
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