Monheim: Feuerwehr putzt nach Großbrand Schläuche

Monheim : Feuerwehr putzt nach Großbrand Schläuche

Seit dem Einsatz an der Böttgerstraße bringt Monheims Wehr ihre Ausrüstung in Schuss. Trotz Totalschadens arbeitet die Druckerei schon wieder.

Mit prüfendem Blick inspiziert Brandmeister Tobias Voigt einige Schläuche der Kategorien B und C. Die etwa 15 Meter langen und formstabilen Leitungen liegen ausgebreitet in einem Becken, um gereinigt zu werden. Anschließend überprüfen Voigt und sein Kollege André Bourscheidt die Dichte der wasserführenden Ausrüstung, bevor sie zum Trocknen in den rund 35 Meter hohen Schlauchturm der Monheimer Feuerwache gehängt werden. Es sind bei der Wehr die letzten Nachwirkungen des Großbrandes in einer Ladenbaufirma an der Böttgerstraße vor gut einer Woche. Eine rund 1000 Quadratmeter große Halle der Firma Alco GmbH voller Utensilien für den Messebau stand lichterloh in Flammen. Und die im gleichen Gebäude von der Firma InDemand GmbH betriebene Digitaldruckerei erlitt durch Rauch und Löschwasser Totalschaden.

Erschüttert: Steffen Zückner am Morgen nach dem Brand. Foto: rm-

Es war einer der größten Einsätze der vergangenen Jahre. Die Löscharbeiten dauerten bis zum nächsten Morgen. Insgesamt waren 32 Fahrzeuge im Einsatz, davon 15 aus Monheim. Die 70 Feuerwehrmänner aus der Wache an der Paul-Lincke-Straße wurden von mehr als 100 Kollegen aus der ganzen Region unterstützt. "Einsätze dieser Größenordnung sind natürlich nicht nur für die Feuerwehrleute belastend, sondern auch für das Material", meint Voigt. "Wenn die Flammen endgültig gelöscht sind, geht die Arbeit für uns weiter. Dann kümmern wir uns direkt um die Ausrüstung. Es kann schließlich jederzeit zu einem weiteren Einsatz kommen."

Kurz nach dem Großbrand standen die Atemschutzgeräte bereits auf dem Plan. Auch sie müssen gereinigt und wieder mit Luft gefüllt werden. "Bei den Wagen müssen vor allem die Pumpenanlagen und die sonstige Technik überprüft und gegebenenfalls gewartet werden", sagt Feuerwehr-Pressesprecher Torsten Schlender. Dies sei aber noch längst nicht alles. Auch "Kleinigkeiten" wie das Bestücken von aufstellbaren Signallampen mit neuen Batterien oder das Prüfen der Ventile sind nach einem Einsatz zu erledigen. Der vor allem aus dem Fußball bekannte Grundsatz "vor dem Spiel ist nach dem Spiel" gilt offenbar auch für Brände. "Nur einen Tag nach dem Großbrand hatten wir ein Feuer in einem Keller", unterstreicht Schlender, der bei dem Einsatz an der Böttgerstraße bis 9 Uhr morgens vor Ort war. "Das zeigt, dass die Feuerwehr immer bereit sein muss." Um so wichtiger sei daher die regelmäßige Wartung und Instandhaltung des Equipments.

Boden unter den Füßen verspürt eine Woche nach dem Brand an der Böttgerstraße Steffen Zückner, der mit einem Geschäftspartner die Digitaldruckerei InDemand betreibt. "Wir sind der Feuerwehr so dankbar, dass sie während des Brandes noch unseren Computer-Server herausgeholt hatte." So habe die Firma in den vergangenen Tagen auf Maschinen einer mit ihr durch Wartungsarbeiten verbundenen Firma in Neuss Aufträge abarbeiten können. "Wir drucken zum Beispiel Rechnungen für Unternehmen, die natürlich schnell rausgehen müssen, um Zahlungsausfälle zu vermeiden. Der Zugriff auf unseren Server ist für uns quasi die Lebensversicherung."

Die eigenen Maschinen und Computer mit einem Neuwert von rund 200 000 Euro sind nach Zückners Worten wie die Geschäftsräume irreparabel beschädigt. Ein Lichtblick für die Firma: Am Freitag unterschrieben die Inhaber einen Mietvertrag für eine Halle an der Niederstraße 3. "Ich hatte mit Bürgermeister Daniel Zimmermann telefoniert und auf unsere schwierige Lage hingewiesen. Und kurz danach kam der Anruf mit diesem Angebot. Es geht für uns wieder bergauf."

(dora)