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Langenfeld: Feuerwehr mahnt nach Grillunfall zu Vorsicht

Langenfeld : Feuerwehr mahnt nach Grillunfall zu Vorsicht

Bei einem Grillabend in Richrath haben ein 33-jähriger Langenfelder und ein kleiner Junge schwere Brandverletzungen erlitten. Die Feuerwehr warnt davor, an heißen Tagen mit Spiritus zu hantieren.

Es sollte ein gesellig-genüsslicher Start ins Wochenende werden, an einem Hochsommer-Abend wie aus dem Bilderbuch. In einem der Gärten in der Einfamilien- und Reihenhaussiedlung an der Augustastraße im Richrather Norden war am vorigen Freitag ein familiärer Grillabend angesagt. Einer der Männer der Runde übernimmt das Anzünden der Kohle, neben ihm neugierig ein zweijähriger Junge. Da geschieht das Unglück: Eine Verpuffung, Stichflammen - Kind und Mann erleiden schwere Brandverletzungen im Gesicht, der 33-Jährige dazu noch großflächig am Oberkörper. Beide werden jetzt in Kölner Spezialkliniken behandelt. Laut Langenfelds Feuerwehrchef Heinz-Josef Brand ist bei Verbrennungen dieses Grades damit zu rechnen, "dass Narben zurückbleiben".

Was war geschehen? "Nach unserem Wissen hat der Mann versucht, die Kohle mit Flüssigbrennstoff, Spiritus, anzuzünden", sagt Brand. Beide Opfer hätten so schwere Verletzungen erlitten, dass der sofort alarmierte Notarzt einen Rettungshubschrauber angefordert habe. Der Helikopter flog den 33-Jährigen in das Krankenhaus Köln-Merheim, wo eigens besondere Betten für Brandverletzte bereitstehen. Der Junge wurde mit einem Rettungswagen ins Kölner Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße gebracht, das ebenfalls auf die Behandlung von Brandverletzten spezialisiert ist. Auskünfte über den Gesundheitszustand der beiden Patienten geben die Kliniken der Stadt Köln nicht. Zur Begründung verwies eine Sprecherin der Gesellschaft gestern auf den "Patientenschutz".

Laut Stadtbrandmeister Brand zählt der Vorfall von Freitag zu den schwersten Grillunfällen in Langenfeld seit mindestens den 70er Jahren. "In den letzten beiden Jahrzehnten sind solche Vorkommnisse aber deutlich seltener geworden", sagt der Feuerwehrchef. Grund: Als Grillanzünder haben sich mehr und mehr feste oder gelartige Brandbeschleuniger durchgesetzt, Flüssigstoffe werden immer seltener verwendet - "und wenn, dann meist mit großer Vorsicht", glaubt Brand.

Leichtsinn braucht aber auch bei dem Unfall in Richrath nicht im Spiel gewesen zu sein, ergänzt der Fachmann: "An heißen Tagen ist eine gefährliche Verpuffung selbst dann möglich, wenn man den Spiritus nicht einfach in die Glut nachschüttet." Bei hochsommerlichen Temperaturen verdampfe solcher Flüssiganzünder enorm schnell und könne sich auch ohne grobe Fahrlässigkeit verpuffungsartig entzünden. "Deshalb gilt besonders fürs Grillen bei Hitze: Hände weg von Spiritus!", mahnt Brand - und gibt weitere Tipps zur Vermeidung von Unfällen:

Grillplatz Sicherheit fängt bei der Suche nach einem geeigneten Grillplatz an: Es sollte nur im Freien gegrillt werden. Eine windstille Stelle ist - Funkenflug! - ratsam. Ideal ist ein nicht brennbarer Untergrund wie Stein oder Sand. Gartenmöbel, Holzwände oder trockene Gartenabfälle wie Laub müssen in geeignetem Abstand zum Grill stehen.

Grill Es sollte darauf geachtet werden, dass der Grill stabil ist und eine geschlossene Grillpfanne hat, damit keine brennbaren Flüssigkeiten auslaufen können.

Glut anfachen In keinem Fall sollte der Badezimmerfön verwendet werden, um die Glut anzufeuern. "Durch die Luftzufuhr platzt die Kohle auf und es kommt zu gefährlichem Funkenflug", warnt Brand.

Löschen Mit dem Anzünden des Grills sollte Löschmittel bereitgestellt werden: Wasser, Sand oder ein Feuerlöscher. Auch ein Gartenschlauch kann hilfreich sein. Wenn keine brennbaren Flüssigkeiten verwendet wurden, kann mit Wasser gelöscht werden. Sonst sind Sand oder eine Löschdecke zu verwenden. Restglut und Asche dürfen erst dann in der Mülltonne oder auf dem Komposthaufen entsorgt werden, wenn sie völlig abgekühlt sind.

Gefahrenpotenzial Kinder und Hunde können leicht zur Gefahr und zum Opfer werden, wenn sie aus Versehen und aus Neugier den brennenden Grill umstoßen. Sie sollten stets beobachtet werden.

(RP)