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Monheim: Feuer und Flamme für die Wehr

Monheim : Feuer und Flamme für die Wehr

Die Freiwillige Feuerwehr Baumberg feiert im April ihr 100-jähriges Bestehen. Der Löschzug II sorgt mit 26 Aktiven für Entspannung in der einst brenzligen Personalsituation von Monheim, das noch weitere Feuerschutzengel sucht.

Wenn Volker John von seinem Hobby erzählt, wird der junge Baumberger oftmals erstaunt angeguckt: „Ach, ich dachte, Du machst das hauptberuflich!“ Die Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr ist in der Tat ein sehr zeitintensives Hobby, für das die meisten Angehörigen glücklicherweise viel Verständnis haben. „Ohne geht es nicht“, betont Mark Wettstein. „Oder was würden Sie sagen, wenn Ihr Partner um 2 Uhr nachts aufspringt und zur Feuerwehr rennt, weil sein Piepser Sie beide aus dem Schlaf gerissen hat?“

Donnerstag startet Haussammlung

In den vergangenen Monaten hatten die beiden Angehörigen des Löschzuges II noch einige schlaflose Nächte mehr: Ihre 106-seitige Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Baumberg kann sich sehen lassen. 3000 Exemplare sollen ab Donnerstag nächster Woche unter die Bevölkerung gebracht werden – als Dankeschön für jene, die bei der anstehenden Haussammlung spenden. „Wir treten in Uniform an und können uns ausweisen“, betont Zugführer Anton Weber. Dabei dürften die meisten Wehrmänner, die seit 2003 um eine Frau verstärkt werden, im Dorf hinlänglich bekannt sein.

Schließlich hat sich die Löschgruppe im April 1908 aus Mitgliedern des Baumberger Männerchores gegründet, die nach zwei Großbränden der Ansicht waren, dass man diese brenzlige Aufgabe nicht mehr allein dem Nachtwächter überlassen dürfe. Einer der Gründungsmitglieder war Josef Hardt sen., der Urgroßvater des heutigen stellvertretenden Zugleiters Frank Odendahl: „Die Feuerwehr liegt mir im Blut.“ Wie auch Toni Weber, der sich am 6. April vor allem auf den Festumzug mit historischen Einsatzwagen freut: „Da fährt auch unser erstes Löschfahrzeug mit – ein VW-Bus aus dem Jahr 1955.“ Tags zuvor werden die Kameraden ab 19.30 Uhr beim Feuerwehrball beweisen, dass sie nicht nur löschen, bergen, schützen und retten, sondern auch feiern können.

Grund zur Freude hat überdies Stadtbrandmeister Werner Opherden – nicht nur, weil die Einsatzzentrale an der Paul-Lincke-Straße im vergangenen Sommer dank einer Investition von 250 000 Euro aufgerüstet wurde. „Unsere vor sechs Jahren gestartete Aktion Feuerschutzengel hatte Erfolg“, berichtet Opherden. 18 Freiwillige konnten zumindest zeitweilig rekrutiert werden, weitere sind willkommen – bevorzugt zwischen 18 und 30 Jahre alt, sportlich fit und handwerklich geschickt. Die Erweiterung des Brandschutzbedarfsplanes steht in den kommenden Monaten ebenso auf Opherdens Agenda wie Modernisierungsmaßnahmen an der 1981 errichteten Hauptwache im Berliner Viertel. NEBENBEI BEMERKT

(RP)