Monheim: Festival Altstadt-Klänge füllt die Kneipen

Monheim : Festival Altstadt-Klänge füllt die Kneipen

Das Monheimer Musik-Event lockt rund 1800 Besucher in den historischen Stadtkern. Der Andrang war so groß, dass einige Wirte vorübergehend den Einlass stoppten.

Der Auftritt der Band "Rubber Soul" ist ein bisschen wie eine musikalische Zeitreise. Ziel sind die 1960er Jahre. Es ist die Epoche der "Beatles". Obwohl der Frontmann von "Rubber Soul" kein Pilz-, sondern eher ein Rastakopf ist, bringt die vierköpfige Formation den Sound der weltbekannten britischen Rockband um John Lennon gut rüber. Die mehr als 300 Zuhörer in der Festhalle Bormacher erweisen sich als erstaunlich Textsicher. Von "Come Together" bis "Twist and Shout" singen viele von ihnen mit - und bei einigen werden Erinnerungen an die "wilden Sechziger" lebendig.

"Die Beatles waren einfach großartig", meint Vanessa Wendt. Zwar begeisterte die erfolgreichste Band aller Zeiten eher die Generation ihrer Großeltern, aber ein Fan ist die 27-Jährige trotzdem. "Die Songs haben bis heute nichts von ihrer Energie verloren", schwärmt die Langenfelderin, die mit einigen Freundinnen in der Monheimer Altstadt unterwegs war, wo am Samstagabend insgesamt elf Bands auf acht Bühnen spielten.

Allerdings mussten wetterbedingt auch Auftritte abgesagt werden. Der Biergarten "Zur Altstadt" fiel wegen des Dauerregens als Veranstaltungsort aus, und auch sonst blieben die nass-kalten Straßen weitgehend leer. Umso voller war es in den Kneipen - und das führte bisweilen auch zu Frust. Viele Wirte mussten bereits am frühen Abend den Einlass vorübergehend stoppen und ließen die Festivalbesucher sprichwörtlich im Regen stehen. Einige forderten ihr Geld zurück. "Es kann doch nicht sein, dass man zehn Euro bezahlt und dann nirgendwo rein kommt", beschwerte sich zum Beispiel ein bärtiger Mittfünfziger.

"Der Andrang war teilweise größer als erwartet", meint Marc Schöneberger vom Vorstand des Vereins "Klangweiten", der das Festival seit vorigem Jahr organisiert. "Der Wegfall des Biergartens und das schlechte Wetter waren der Grund, dass die anderen Locations zeitweise überfüllt waren." Ein weiteres Problem seien die strengen Sicherheitsvorschriften gewesen. "Es gibt für jede Kneipe eine maximal zulässige Zahl an Besuchern. Dabei spielen auch Fluchtwege im Brandfall und ähnliche Dinge eine Rolle. Wir können leider nicht steuern, wie sich die Leute in der Altstadt verteilen."

Wer allerdings ein warmes und trockenes Plätzchen gefunden hatte, kam auf seine Kosten - so wie im randvollen Zollhaus, wo die Langenfelder Coverband "Jim Button's" spielte. Die Jungs bewiesen, dass Punk, Rock und Pop durchaus auch "unplugged" funktionieren.

In diesem Jahr stand das Festival unter dem Motto "Meet The World" und entsprechend international war auch die Auswahl der Musiker. Erstmals dabei war das von Schülern betriebene "Rhein-Café". Auf Wunsch der Jugend spielte die jamaikanische Formation "We Love Reggae" die typische Musik der Karibik-Insel. US-amerikanische Folkmusik gab es im Schelmenturm zu hören. Das Familien-Hofcafé bot dem Soul- und Bluesmusiker Jaimi Faulkner eine Bühne.

Über einen im Vorfeld durchgeführten Wettbewerb mit vier Bands im Biergarten "Zur Altstadt" hatte sich zudem die Band "Bermudakustik" für einen Auftritt im Pfannenhof qualifiziert. Dessen Wirt Bernhard Firneburg bezeichnet das Kneipenfestival als "feine Sache für alle Beteiligten". Es habe sich inzwischen etabliert. "Trotz des Wetters waren mindestens so viele Besucher wie im vergangenen Jahr in der Altstadt, und die Stimmung ist gut." Ähnlich sieht es Kollegin Petra Randhahn, die Bormachers Altes Brauhaus betreibt: "Die Bands sind toll und die Hütte ist voll", freute sich die Wirtin.

(dora)