Monheim: FDP: Schulen sollen über Geld frei verfügen

Monheim : FDP: Schulen sollen über Geld frei verfügen

Mit einem Antrag im Schulausschuss wollen die Liberalen erreichen, dass die 1,7 Millionen Euro für die Schulhofgestaltung auch für dringendere Vorhaben, wie den Ganztag, verwendet werden können.

Die in den Haushalt 2013 eingestellten Mittel von 1,7 Millionen Euro zur Verbesserung der Schulhöfe im Stadtgebiet sollen von dieser Zweckbindung befreit und in die Budgethoheit der Schulleitungen gestellt werden. Einen entsprechenden Antrag wird die Ratsfraktion der FDP in die morgige Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur einbringen.

Zur Erinnerung: Der Rat hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen beschlossen, dass nach dem Schulzentrum an der Lottenstraße auch die anderen Schulen in den Genuss neu gestalteter Schulhöfe kommen sollten und dafür jeder Schule einen sechsstelligen Betrag in Aussicht gestellt. Die Politik folgte damit einer Anregung von Bürgern bei der Online-Beteiligung.

"Ich wurde nach entsprechenden Zeitungsberichten von etlichen Schulleitern angesprochen, die sich über diese Wohltat zwar freuten, aber dennoch wunderten, dass man vorher keinen Kontakt mit ihnen aufgenommen hatte, um den Bedarf der Schulen nach einer Hofverschönerung zu ergründen", erklärt die Fraktionsvorsitzende der FDP, Marion Prondzinsky-Kohlmetz. So gebe es an viele Schulen Investitionsvorhaben, die viel dringender umgesetzt werden müssten. Sie persönlich habe geärgert, dass mit der Gießkanne Millionen ausgeschüttert werden, während in derselben Sitzung dem Stadtsportbund 30 000 zusätzliche Euro verwehrt wurden.

"Der Bedarf ist vorhanden und alle Schulen sind froh, dass endlich Bewegung in die Sache kommt", sagt Christoph Schröder, der in dem Antrag als ein Schuleiter benannt wird, den "die Höhe der zur Verfügung gestellten Mittel sehr überraschte". In 2014 darf er 200 000 Euro für die Schulhofgestaltung der Winrich-von-Kniprode-Schule ausgeben. Konkret ist ihm die Rasenfläche ein Dorn im Auge, nicht nur optisch, weil sie momentan einer Morastlandschaft ähnelt, sondern auch, weil die Kinder, die darin herumwaten, den Dreck dann in die Schule tragen. "Die könnte man durchaus in ein ganzjährig nutzbares Spielfeld umwandeln", sagt Schröder.

Insgesamt aber stimmt er dem Tenor des FDP-Antrages zu, dass andere Probleme vorrangig behandelt werden müssten: So wie der Ganztag. "Je mehr Kinder wir hier ganztätig betreuen, desto mehr Anforderungen stellt dies an Schulgebäude und -gelände." Zumal aufgrund der mannigfachen Kooperationspartner inzwischen ein multiprofessionales Team an der Schule tätig sei. Deshalb müsse man sich langfristig über die Möblierung der Räume, über mehr Aufbewahrungsmöglichkeiten, geeignete Räume für die verschiedenen nachmittäglichen Angebote und die Mittagessenausgabe Gedanken machen. "Der Ganztag wird langfristig Standard werden", so Schröder.

Dr. Hagen Bastian, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, indes möchte die Umgestaltung nicht als "Kompensation" für den Musikschulbau verstanden wissen. "Auch wenn mit uns nicht im Vorfeld gesprochen wurde, zeigt der Schulträger einen sehr großen Einsatz für die Schulen." Nicht nur der Vorhof des Atomic-Cafés sollte freundlicher gestaltet werden, auch fehlten auf dem Unterstufenhof Spielgeräte und auch die Fahrradständer seien marode. "Insgesamt mangelt es an Spielmöglichkeiten", so Bastian. Auch müsse man sich über einen neuen Standort für die Basketballanlage Gedanken machen.

(RP)