Langenfeld: Fasten gibt ein wohliges Gefühl

Langenfeld : Fasten gibt ein wohliges Gefühl

13 Frauen machten jetzt beim Meditationskreis Immigrath mit.

Der Gemeindesaal der evangelischen Erlöserkirche gleicht einem Entspannungsraum: Matten und Decken liegen auf dem Boden bereit, in der Mitte des Raumes umringen kleine Teelichter eine Blumenvase. Die ersten Gäste gießen sich gleich eine Tasse Tee ein und lassen sich erst einmal nieder, bevor das eigentliche Programm beginnt. Der Kursus "Sommerfasten" bringt auf Einladung des Meditationskreises Immigrath 13 Frauen aus der Umgebung zum täglichen Austausch zusammen. "Jeder erzählt, wie der Tag gelaufen ist und wie man das Fasten durchgehalten hat", erzählt Teilnehmerin Birgit Ossendorf. Atem-, Meditations- und Bewegungsübungen gehören ebenfalls zu den Treffen. Und natürlich nehmen die Fastenden einige Tipps mit nach Hause.

Der Kursus, der auf eine Initiative des ehemaligen Gemeindepfarrers Rüdiger Maschwitz seit Jahren regelmäßig in den Gemeinderäumen stattfindet, orientiert sich an den Lehren des 1966 gestorbenen Arztes Dr. Otto Buchinger, der als Begründer des Heilfastens gilt. Auf feste Nahrung verzichten die Teilnehmerinnen für die Zeit des Kurses - stattdessen sollen selbst gekochte Brühe sowie in Maßen Gemüse- und frisch gepresste Obstsäfte zur Entschlackung beitragen.

"Es ist ein Fasten für Gesunde", betont Sigrid Stucky-Tietjen, die den Kurs gemeinsam mit Renate Brüll leitet. Ausgebildete Fastentherapeutinnen seien sie beide nicht, betont Stucky-Tietjen. Vielmehr können die Kursleiterinnen auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. "Ich faste für zwölf Tage", sagt Tietjen. "Die Gruppe beendet das Fasten nach fünf Tagen mit einem Apfel." Wer gesundheitliche Probleme habe und Medikamente nehme, müsse eine Teilnahme mit dem Arzt abklären, so die Leiterin weiter; ebenso wie diejenigen, die sich zum ersten Mal einer solchen Kur unterziehen.

Letzteres trifft allerdings auf die aktuelle Gruppe nicht zu - alle haben Erfahrung mit dem Fasten, die Hälfte nahm bereits mehrfach an den Kursen teil - darunter auch Birgit Ossendorf, die voll des Lobes für das Programm ist: "Anfangs kostet es Überwindung, aber wenn man es geschafft hat, fühlt man sich wohl", erzählt die Langenfelderin.

Während der Fastentage kämpfe man oft gegen die Müdigkeit. Dafür habe das Sommerfasten fernab der eigentlichen Fastenzeit einen großen Vorteil, betont Stucky-Tietjen: "Man bekommt keine kalten Füße." Wer an den Abenden der Treffen doch einen kleinen Stoß Zucker benötigt, findet auf dem Tisch im Gemeindesaal griffbereit auch ein Glas Honig.

Und der Höhepunkt wartet zum Abschluss der entbehrungsreichen Tage auf die Gruppe: "Beim Fastenbrechen", schildert Ossendorf, "erlebt man den Geschmackssinn besonders intensiv." Dass sich die Fastenden am Ende der Kur gleich den Magen vollschlagen, ist dabei natürlich nicht vorgesehen - auf dem Speiseplan steht für die erste feste Mahlzeit schließlich ja nur ein frischer Apfel.

(riedel)
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