Langenfeld: Familienclan stellt illegal Wasserpfeifentabak her

Langenfeld : Familienclan stellt illegal Wasserpfeifentabak her

Zollfahnder stoßen bei bundesweitem Großeinsatz in Langenfeld auf Produktionsanlage. Hoher Steuerschaden.

Zollfahnder haben bei einem Großeinsatz gegen einen deutsch-arabischen Familienclan an der Elberfelder Straße in Langenfeld eine illegale Wasserpfeifentabak-Fabrik ausgehoben. Laut Sprecherin Heike Sennewald vom Zollfahndungsamt Essen beschlagnahmten die Beamten dort und in weiteren durchsuchten Gebäuden in Solingen, Essen und Heilbronn 2367 Kilogramm Wasserpfeifentabak, 550 Kilogramm Rohtabak, Herstellungs- und Verpackungsmaschinen sowie diverses Zubehör. Ermittelt werde gegen zwölf Tatverdächtige im Alter von 15 bis 57 Jahren aus Langenfeld und Solingen. In unserer gestrigen Ausgabe hatten wir bereits kurz über diese Razzia vom Mittwoch berichtet, nun gaben die Behörden Details bekannt.

Foto: Zollfahndungsamt Essen

Bereits seit Januar ermittelt die Essener Behörde laut Sennewald im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen den Familienclan. "Der Verdacht lautet auf banden- und gewerbsmäßige Steuerhinterziehung sowie Steuerhehlerei."

Nach Angaben des Wuppertaler Oberstaatsanwalts Wolf-Tilman Baumert soll die Bande in der angemieteten und professionell ausgestatteten Fabrikhalle an der Elberfelder Straße illegal unversteuerten Wasserpfeifentabak im zweistelligen Tonnenbereich hergestellt haben. Sie habe diesen Tabak dann verpackt und unter gefälschtem Markennamen bundesweit an diverse Abnehmer verkauft - auch ins europäische Ausland. "Der entstandene Steuerschaden beläuft sich bisher auf 372.000 Euro Tabak- und Umsatzsteuer", gab Baumert bekannt. Glycerin, Aromen und weitere Zutaten für die Herstellung des Wasserpfeifentabaks bezog die Bande nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft überwiegend aus Deutschland. Die illegale Produktion lag bisherigen Ermittlungen zufolge ganz in der Hand der Familie. "Selbst jugendliche Mitglieder wurden in die kriminellen Aktivitäten mit einbezogen. Der Clan agierte sehr arbeitsteilig und konspirativ nach außen abgeschottet."

Bei den Durchsuchungen von 29 Gebäuden in den vier Städten waren insgesamt 150 Zollfahnder und Polizisten im Einsatz. Es seien fünf hochwertige Autos beschlagnahmt worden, weil darin die illegale Ware transportiert wurde, außerdem ein Grundstück in Solingen sowie 22.700 Euro Bargeld. Gegen mindestens eines der zwölf Clanmitglieder bestehe auch der Verdacht, mit Drogen gehandelt zu haben.

(mei)
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