Monheim: Erst 13 Jahre und schon Musikproduzent

Monheim : Erst 13 Jahre und schon Musikproduzent

Raphael Roth (13) war noch nie in einem Club, produziert aber Musik genau dafür – Dance. Über einen jungen Monheimer, der seine Sommer auf Ibiza verbringen möchte.

Raphael Roth (13) war noch nie in einem Club, produziert aber Musik genau dafür — Dance. Über einen jungen Monheimer, der seine Sommer auf Ibiza verbringen möchte.

Im Herbst 2013 hat es mit einem Track des Schweden Avicii angefangen. Den, erzählt Raphael Roth, ein schmaler und etwas schüchterner, blonder Junge mit hellwachen Augen, habe er gehört und sich gefragt: "Wie macht man das?" Solche Fragen, lacht seine Mutter Anja, könne sie natürlich nicht beantworten. Aber das Internet. Bald hatte Raphael die Test-Version einer Software aufgetan, mit der er an seinem Computer erste Gehversuche in Sachen Musikproduktion unternahm. Nicht von Nachteil dürfte dabei gewesen sein, dass der Gymnasiast Klavier spielt. "Ich habe oft Melodien im Kopf."

Die hat er dann auf pumpende Beats gelegt, eine erste EP hat er fertig. Sechs Stücke stark ist sie bei allen großen Online-Stores (siehe Info) erhältlich. Dazu hat er ein Label gegründet ("Dancing Bird Records"), das seine Musik verlegen wird. Und um die Gestaltung seiner Cover sowie die Pressearbeit kümmert er sich auch selbst. Wenn Mütter von ihren Söhnen erzählen, ist ja bisweilen Verklärung im Spiel. Wenn Anja Roth aber sagt, dass Raphael über ein staunenswertes Talent zur Selbstorganisation verfüge und gut strukturiert sei, so ist man geneigt, ihr prompt beizupflichten. "Wir haben uns schon gefragt, was er die ganze Zeit in seinem Zimmer macht".

Irgendwann habe er sein Werk dann einfach vorgespielt, die Eltern staunten. Mittlerweile ist aus der Test- eine Vollversion geworden und der Schreibtisch im Dachgeschoss zu einem veritablen Soundlabor geworden. E-Piano, Drumpad, ein Bildschirm, an dem sich die einzelnen Tonspuren bearbeiten lassen. Raphael spielt einen noch nicht veröffentlichen Club-Mix vor und erklärt dazu. Der Fotograf zückt darauf sein Smartphone und spielt Ibiza-Ikone David Guetta, so ähnlich klinge das ja. Es entwickelt sich ein längeres Fachgespräch. Und was sagen Freunde und Lehrer? Die Freunde fänden es schon cool, sagt Roth, der aber auf Rat von außen eher wenig gibt. Die kreative Entscheidung darüber, was er veröffentlicht und was als Verschnitt in der Schublade landet, will er ganz allein treffen. "Meine Lehrer finden das voll interessant." Beim Festival in der Aula des OHG wird er deshalb heute einen Auftritt haben — ein bisschen nervös, aber auch selbstbewusst.

(maxl)
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