Monheim: Enttäuscht von Marc Metzger

Monheim : Enttäuscht von Marc Metzger

Die Monheimer Schwalbenjecke und Fans fühlen sich vom Kölner Comedian Marc Metzger im Stich gelassen. Der "Blötschkopp", so sein Künstlername, ließ seinen Auftritt in der Sandberghalle kurzfristig platzen.

Der Auftritt von Büttenredner und Comedian Marc Metzger sollte eigentlich einer der Höhepunkte bei der Karnevalssitzung der Monheimer Schwalbenjecke werden. Der 38-jährige Künstler, bekannt als "Dä Blötschkopp" oder "Rampensau", kreuzte am vergangenen Samstag auch fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit in der Sandberghalle auf. Zwei Minuten später war er aber schon wieder weg. Metzger wollte offenbar nicht akzeptieren, dass sich der Programmablauf um wenige Minuten verzögerte. Zurück blieben enttäuschte Fans und Veranstalter.

Beschwichtigungsversuch erfolglos

"Herr Metzger wollte nicht mal eine Minute warten. Dabei war mit dem Frontmann der Kolibris, die bei seinem Eintreffen auf der Bühne waren, schon abgesprochen, dass sie ein, zwei Titel weniger spielen, damit er schneller drankommt. Aber er ist dann wortlos verschwunden", berichtete Bernd Bormacher, zweiter Vorsitzender der Schwalbenjecke, der als Präsident durch die Sitzung geführt hatte.

Eine RP-Leserin (Name ist der Redaktion bekannt), die den Vorfall nach eigener Aussage beobachtet hatte, wertete Metzgers Verhalten als "arrogant". Einen Karnevalisten, der ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter gelegt habe, habe er mit den Worten angefahren: "Was erlauben Sie sich, mich einfach anzufassen!" Die Leserin, für die der gebürtige Bad Neuenahrer bisher "der Star unter den Büttenrednern" war, machte aus ihrem Unverständnis keinen Hehl: "Muss so etwas sein? Können sich Künstler ein solches Verhalten erlauben?"

Wie man's nimmt. Peter Hoss, Inhaber der Künstleragentur Rheinlandgastspiele Ludes, der Metzger im Auftrag der Schwalbenjecke gebucht hatte, verweist einerseits auf den gültigen Vertrag mit Metzger. Demnach hätte der ab der für 21.50 Uhr vereinbarten Auftrittszeit exakt zehn Minuten warten müssen, also bis genau 22 Uhr. Wäre er dann nicht zum Zuge gekommen, hätte der Veranstalter ihm Schadenersatz in Form einer Konventionalstrafe zahlen müssen. Umgekehrt muss sich der Künstler ebenfalls an die Vereinbarungen halten. Andererseits: Für die Agentur, die mit ihm zusammenarbeitet, ist das eine unglückliche Situation. "Denn wir wollen Herrn Metzger ja als Klienten behalten", erklärte Hoss. Da sei es kontraproduktiv, mit ihm einen Rechtsstreit auszutragen.

Anja Bauerett aus Metzgers Kölner Büro warb um Verständnis für den Künstler, der auf der Bühne nicht zimperlich ist und gerne austeilt. Er habe nicht warten können, weil er sonst den Anschlusstermin nicht geschafft hätte. In der Session habe der Comedian sechs bis acht Auftritte am Abend, da sei die Zeit oft sehr knapp.

Absage an dä Blötschkopp

Bernd Bormacher und seine Vorstandskollegen von den Monheimer Schwalbenjecke haben erste Konsequenzen schon gezogen. "Bei uns wird Herr Metzger nicht mehr auf der Bühne stehen. Zumal er uns 2010 schon einmal draufgesetzt hat", sagte der Sitzungspräsident..

(RP)
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