Serie „Unsere Partnerstädte - Trips und Tipps“ Ennis – ein pulsierender Ort im County Clare

Langenfeld · Das 25.000-Einwohner-Städtchen in Westen Irlands hat ein buntes Erscheinungsbild und eine fast 800 Jahre lange Geschichte.

 Das „Eugene’s“ ist ein beliebter Pub und auch von außen schön anzusehen. Unter anderem wegen der Bewahrung des historischen Stadtbildes, aber auch wegen Umweltschutzbemühungen gewann Ennis 2005 den landesweiten Tidy-Towns-Wettbewerb.

Das „Eugene’s“ ist ein beliebter Pub und auch von außen schön anzusehen. Unter anderem wegen der Bewahrung des historischen Stadtbildes, aber auch wegen Umweltschutzbemühungen gewann Ennis 2005 den landesweiten Tidy-Towns-Wettbewerb.

Foto: Förderverein/Förderverein des Partnerschaftskomitees

Seit 2013 ist das irische Ennis Partnerstadt von Langenfeld. Das ist wichtig zu wissen:

Die Partnerschaft Der Partnerschaftsvertrag wurde am 3. Oktober 2013 während der Feierlichkeiten zum 65. Langenfelder Stadtgeburtstag unterzeichnet, erinnert sich Elmar Widera. Er ist Vorsitzender des Partnerschaftskomitees (Parkom). Bereits einige Jahre zuvor hatten Eltern von Jugendlichen im Rathaus den Wunsch geäußert, man möge sich – wohl wegen des Schüleraustauschs – um eine englischsprachige Partnerstadt bemühen. Erste offizielle Kontakte habe es seit 2010 gegeben. Delegationen beider Städte hätten sich gegenseitig besucht und gemeinsam gefeiert. „Wir fanden uns sympathisch“, sagt Widera, der selber schon vier Mal in die irische Kleinstadt gereist ist.

 Typisch Ennis: Auch dieser farbenfrohe Pub sticht ins Auge.

Typisch Ennis: Auch dieser farbenfrohe Pub sticht ins Auge.

Foto: Petra Czyperek/Rainer Pflaeging Langenfeld

Die Stadt Ennis ist ein pulsierendes Städtchen nahe der irischen Westküste im County Clare. Rund 25.000 Menschen wohnen in dem Ort, durch den der Fluss Fergus fließt. Die Stadtgründung von Ennis geht auf das Jahr 1240 zurück, als der König von Thormond mit dem Bau einer Kirche begann, die dem Franziskaner-Orden zur Nutzung überlassen wurde. 150 Jahre später lebten in dieser hier abgebildeten Ennis Friary bereits 1000 Mönche und die Ansiedlung begann zu wachsen. 1565 wurde Ennis Hauptstadt des neu gegründeten Countys Clare, und 1610 erhielt die Stadt das Marktrecht. Mit Beginn der industriellen Revolution siedelten sich Textilfirmen, Brauereien und Whiskey-Brennereien in der Stadt an. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden mehrere Gewerbegebiete angelegt. Hier haben sich hauptsächlich Unternehmen der Elektro- und Pharmaindustrie angesiedelt.

 Ennis Friary ist ein ehemaliges Franziskanerkloster. 1240 begann auf einer Insel im Fergus der Bau der Kirche. Im 14. Jahrhundert lebten und studierten dort bereits etwa 1000 Mönche und Schüler.

Ennis Friary ist ein ehemaliges Franziskanerkloster. 1240 begann auf einer Insel im Fergus der Bau der Kirche. Im 14. Jahrhundert lebten und studierten dort bereits etwa 1000 Mönche und Schüler.

Foto: Verein

Langenfelds Partnerstadt gilt als Zentrum irischer Folk-Musik. Eine Attraktion ist das alljährlich stattfindende Musikfestival Fleadh Nua, eine der bedeutendsten Großveranstaltungen des ganzen Landes. Reiseführer beschreiben Ennis als „freundlichste Stadt Irlands“.

 Nette kleine Geschäfte befinden sich im Stadtzentrum. Wunderschön sind die bunt angestrichenen Häuser.

Nette kleine Geschäfte befinden sich im Stadtzentrum. Wunderschön sind die bunt angestrichenen Häuser.

Foto: Rainer Pflaeging/Rainer Pflaeging Langenfeld

Sehenswertes Im Stadtzentrum mit den bunt getünchten Häusern pulsiere das Leben auf den Straßen und in den urigen Pubs, bestätigt auch Widera. Traditionelle Musikkneipen, Geschäfte und lebhafte Cafés befinden sich im Zentrum. Das Knoxs Pub & Bistro im Herzen der City gehört zu den beliebtesten Bars der Stadt. Einer der Höhepunkte des Jahres ist der Umzug durch die Straßen am St. Patrick’s Day am 17. März, zu dem schon mehrmals Langenfelder Delegationen eingeladen waren. „Gruppen unserer Musikschule sind sogar mitmarschiert“, berichtet der Parkom-Vorsitzende. Eine herausragende Sehenswürdigkeit ist die im 13./14. Jahrhundert erbaute Ennis Friary (siehe oben). Im Kirchenschiff sind einige schöne Skulpturen zu sehen. Eine weitere Attraktion ist „The Riches of Clare“ im modernen Museum. Originale Kunstwerke und eine audiovisuelle Vorführung bieten einen interessanten Einblick in die Geschichte der Grafschaft. Außerdem werden dort kuriose Ausstellungsstücke gezeigt: etwa der Füller, mit dem der britische Premierminister Neville Chamberlain und der irische Staatschef Eamon de Valera 1938 den Vertrag unterschrieben, in dem Irland die Souveränität über seine Häfen bekam.

 Langenfelder nahmen am St. Patricks-Day an der Parade teil.

Langenfelder nahmen am St. Patricks-Day an der Parade teil.

Foto: Stadt

Persönliche Eindrücke „Am schönsten ist es, in Ennis in die Kneipen zu gehen und mit den Menschen zu sprechen. Die sind alle sehr locker“, berichtet Widera begeistert. In fast jedem Pub könne man abends Live-Musik erleben. Ennis sei auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. So sei es beispielsweise nicht weit bis zur Küste. Dort lohne sich besonders ein Spaziergang an den weltberühmten Klippen von Moher sowie in der bizarren Karstlandschaft des Burren. „Der Küstenabschnitt ist spektakulär, rau und wild.“

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