Langenfeld/Monheim: Endgültig: A 542 bleibt so kurz, wie sie ist

Langenfeld/Monheim: Endgültig: A 542 bleibt so kurz, wie sie ist

Sie sollte von Heerlen hinter der deutsch-niederländischen Grenze bis nach Lüdenscheid führen – die in den 70er Jahren geplante "A 54". Doch aus den rund 150 Autobahn-Kilometern wurden bloß fünf: zwischen A 59 und A 3, ausschließlich auf Langenfelder Boden. Und es wird auch kein Meter mehr zur A 542 hinzukommen, das ist jetzt amtlich. Nach 37 Jahren hat das Bundesverkehrsministerium das Ausbauprojekt per Erlass aufgegeben.

Mit den Planungen für die A 54 begonnen wurde 1973, ein Jahr bevor Langenfeld und Monheim ihre "gemeinsame" Nord-Süd-Autobahn bekommen sollten, die A 59 vom Kreuz Düsseldorf-Süd (A 46, eröffnet 1968) zum Kreuz Leverkusen-West (A 1, Teilstück eröffnet 1965). Bis dahin hatte lediglich durch die Posthorn-Stadt eine Autobahn geführt: das 1936 für den Verkehr freigegebene hiesige Teilstück der A 3.

Spange zwischen A 59 und A 3

Während diese stark befahrene Nord-Süd-Achse ab 1980 zwischen Hilden und Leverkusen auf sechs Spuren verbreitert wurde, rollten auch die Bagger und Planierraupen für die heutige A 542. Zur Eröffnung des ersten Teilstücks von der A 59 ("Kreuz Monheim/Langenfeld") bis zur Anschlussstelle Immigrath im November 1981 erinnerte Bürgermeister Hans Litterscheid an die nun von Erfolg gekrönten "jahrelangen Bemühungen der Stadt um eine südliche Umgehung der Innenstadt". Fünf Jahre später, mit der Fertigstellung der Fortsetzung bis zum heutigen Endpunkt "Kreuz Langenfeld", erfüllte die neue Schnellstraße auch ihre zweite Funktion: eine Spange zu bilden zwischen A 59 und A 3.

Um ihrer dritten geplanten Funktion, die einer überregionalen Ost-West-Autobahn, gerecht zu werden, sollte die A 542/54 nach Osten durchs Bergische Land weitergebaut und nach Westen zwischen Monheim und Hitdorf über den Rhein geführt werden. Wenigstens der Anschluss an die A 57 bei Worringen war lange noch ernsthaft vorgesehen, doch schließlich machte – nach schwindender Autobegeisterung und wachsendem Umweltbewusstsein im Lande – die Wiedervereinigung das Projekt praktisch zunichte: Die Erneuerung der maroden Verkehrsinfrastruktur in der ehemaligen DDR (und hin zu ihr) war jetzt wichtiger als die Vollendung von 70er-Jahre-Ideen tief im Westen. 1992 verlor die A 54 den Planungsstatus "vordringlich".

Nun ist das Projekt amtlich beerdigt. Den Nutzen hat sicher die Natur. Wer den Schaden hat, darüber lohnte es sich zu streiten – wäre es nicht müßig. Die Solinger hätten ihren Autobahn-Anschluss und müssten nicht mit den Langenfeldern über Alternativen (B 229n/ Haus-Gravener-Straße) streiten. Die Monheimer wiederum hätten dank der Rheinbrücke eine ganze Himmelsrichtung gewonnen. Hätten, hätten, hätten.

(RP)