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Langenfeld/Monheim/Hilden: Elternrechte: Wenn die Kita streikt

Langenfeld/Monheim/Hilden : Elternrechte: Wenn die Kita streikt

Verdi rechnet nach der Urabstimmung ab der kommenden Woche mit einem unbefristeten Ausstand.

Schon die einzelnen Streiktage in den vergangenen Wochen haben berufstätigen Eltern - bei allem Verständnis für die Erzieher - den Schweiß auf die Stirn getrieben. "Wir befinden uns jetzt vor der Urabstimmung", sagt Stefanie Pfeifer von der Gewerkschaft Verdi. "Und rechnen mit unbefristeten Streiks ab kommender Woche." Wohin aber mit dem Nachwuchs, wenn die Kita-Fachkräfte Fahnen bei der Demo schwenken oder die Betreuer im offenen Ganztag ihre Arbeit komplett niederlegen? Wer holt die Tochter am Schultor ab, wenn die Mutter in einer anderen Stadt arbeitet und der Vater beruflich Außentermine wahrnehmen muss? Nicht immer leben Oma und Opa im selben Ort - und auch Freunde müssen einer geregelten Arbeit nachgehen.

"Kommt es tatsächlich zu wochenlangen Streiks, ist das für berufstätige Eltern echt ein Problem", bekundet Friedhelm Haussels, der in der Monheimer Verwaltung stellvertretend für den Bereich Kinder, Jugend und Familie zuständig ist. "Sie haben keine Regress-Ansprüche, müssen im Zweifel Urlaub nehmen oder mit dem Arbeitgeber aushandeln, ob sie ihre Kinder mitbringen dürfen." Sollte man keine Notgruppen einrichten können, werde die Stadtverwaltung in jedem Fall mit den freien Trägern sprechen, um arbeitenden Eltern entgegen zu kommen. "Wir wollen ja keine Existenzen vernichten und suchen im Einzelfall nach Lösungen in anderen Einrichtungen." Die städtische Kita "Max & Moritz" beispielsweise hatte an einem der jüngsten Streiktage komplett zu. "Die Eltern sind natürlich verunsichert", räumt Jessica Wagner vom Leitungsteam ein. "Wir werden dennoch bald wieder streiken." Für Berufstätige soll es dann aber eine Notbetreuung des Nachwuchses geben.

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In Hilden sind an Streiktagen mit der "Rappelkiste", "Kunterbunt" und "Itterpänz" drei von insgesamt acht städtischen Einrichtungen schwerpunktmäßig betroffen. "Dort sind viele Erzieher gewerkschaftlich organisiert", sagt der stellvertretende Amtsleiter Ulrich Brakemeier. "Wir sind im Gespräch mit den Leitungen und bitten sie, Eltern frühzeitig und umfassend zu informieren und Notgruppen zu bilden." Sollte die Situation eskalieren, wolle man Verdi in die Pflicht nehmen. "Städte können Notvereinbarungen treffen, so dass einzelne Erzieher aus dem Streik rausgenommen werden", erläutert Brakemeier. Die Stadt Hilden erwäge, eine Hotline für betroffene Eltern und - je nach Situation - einen Krisenstab innerhalb der Verwaltung einzurichten.

Entspannter ist die Situation in Langenfeld. Die 200 Erzieher in den elf städtischen Kitas streiken selten, nicht alle sind gewerkschaftlich organisiert. Bisher habe es immer eine Notbetreuung gegeben, betont Carsten Lüdorf (Fachbereich Kindertagesstätten, Schule und Sport). Die Betreuung im offenen Ganztag werde von Awo und Kinderschutzbund abgedeckt - deshalb sei da in den kommenden Wochen nicht mit Engpässen zu rechnen.

(RP)