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Eiserne Hochzeit in Langenfeld: Hans und Marga Abschlag

Eiserne Hochzeit : Bei der Arbeit in der Weberei fiel sie ihm auf

In der Weberei „Becker & Bernhard“ hatten sich die Teenager Marga und Hans 1949 kennengelernt. Sie war zarte 15 Jahre alt, er zwei Jahre älter. Dass es eine schicksalhafte Begegnung sein würde, ahnten Hans (88) und Marga (86) Abschlag damals noch nicht. An diesem Donnerstag feiert das Paar seine Eiserne Hochzeit.

„Das war damals die richtige Entscheidung“, sagt Marga Abschlag nüchtern. Ihr Hans, der sie nun schon seit 65 Jahren Ehe begleitet, sei ihr in jungen Jahren allerdings nicht sonderlich aufgefallen. Schon gar nicht bei ihrer ersten Begegnung, als sie als Weberin und er als Webstuhlmeister in der  arbeiteten. „Mit 15 Jahren hatte ich noch keine Jungs im Kopf“, gesteht die Jubilarin und lacht herzhaft. Ihm aber fiel die fleißige junge Frau gleich positiv auf. „Sie war einfach ein kleines, sauberes Mädchen“, sagt Hans Abschlag pragmatisch.

Doch wie ein wahrer Kavalier wartete der junge Langenfelder, bis seine Angebetete volljährig war, um sie erstmals zu einem Date einzuladen. „Ich war 18, als er mich zum ersten Mal ins Kino einlud“, sagt sie. „Erst wollte ich ihn gar nicht, weil er viel zu lieb und still war. Aber hinterher dachte ich mir, das wäre das Beste, was mir passieren könnte.“ Zwei Jahre waren die beiden ein Paar,  1955 heirateten sie. Die Braut trug ein schwarzes Kleid, wie sie erzählt. „Weiß ging nicht“, sagt sie und lacht schelmisch. „Ich war zu dem Zeitpunkt nämlich schon schwanger.“ Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, zwei Mädchen und ein Junge.

Auch wenn die Familie keine Reichtümer besaß, war es ein glückliches Leben, berichtet Marga Abschlag. „Mein Mann hatte zwei Arbeitsstellen, um über die Runden zu kommen.“ Sie selbst arbeitete nach der Geburt ihrer Kinder lange Jahre als Verkäuferin. „Natürlich haben wir uns hin und wieder mal gestritten, aber dabei ging es nie um Geld.“ Bei Meinungsverschiedenheiten gab es zudem eine klare Regel, die das Paar bis heute befolgt: „Es wird nie in den Abend hinein gestritten.“

Ihre Urlaube verbrachte die Familie gerne im Allgäu. Und 2000 lud der Arbeitgeber ihres Mannes sie zum Firmenjubiläum nach New York ein. „Eine wunderbare Stadt und so unheimlich groß“, berichtet die Seniorin. „Vor allem für mich mit einer Körpergröße von 1,50 Meter.“

 Der Verlust ihrer mittleren Tochter mit nur 27 Jahren schmerzt die Familie bis heute. Allerdings ist Marga Abschlag froh, ihre anderen beiden Kinder an ihrer Seite zu wissen. „Eigentlich war ein kleines Fest geplant, doch Corona kam uns dazwischen.“