Einzelhandel in Langenfeld

Langenfeld : Zehn Jahre Marktkarree

Erst skeptisch beargwöhnt, heute beliebt und erfolgreich. Händler feiern mit ihren Kunden.

Die Zeiten, als ein zweites Einkaufszentrum für Langenfeld von vielen Bürgern als übertrieben betrachtet wurde, sind längst vorbei. Das Marktkarree wird in diesem Monat zehn Jahre alt und ist quasi die kleine Schwester der Stadtgalerie. Schenkt man den Citymanagern Jan Christoph Zimmermann und Stefan Günther Glauben, schreibt das Einkaufs-Center gegenüber der St.-Josef-Kirche eine Erfolgsgeschichte. Über die Hälfte der Verkaufsfläche ist noch mit den ursprünglichen Mietern besetzt. Der Drogeriemarkt Müller, ein so genannter Durchstecker, der über zwei Etagen geht, gehört zu den Läden der ersten Stunde. Der New Yorker hat sich bewährt und der Optiker Apollo sowie das Damenbekleidungsgeschäft Gerry Weber und der Juwelier.

„Langenfeld ist eine tolle Stadt für den Einzelhandel“, schwärmt der neue City-Manager des Marktkarrees, Stefan Günther, der seit April in Langenfeld ist. „Wenn eine Stadt finanzielle Möglichkeiten hat zu agieren, wie das schuldenlose Langenfeld, dann ist das immer vorteilhaft für den Handel“, sagt Günther. Eine gut aufgestellte Stadt kann im Einzelfall den Mietern schon mal unter die Arme greifen, um Leerstand zu vermeiden.

Der neue Pop-Up-Store von Ingo Schulz im Markt-Karree ist so ein Sonderfall. Der rührige Geschäftsmann bietet statt leerer Schaufenster ein buntes Weihnachtsangebot an, dafür ist die Miete im Saison-Geschäft erschwinglich. „Wir geben den Einzelhändlern die Möglichkeit, neue Dinge zu erproben und hoffen, dass vielleicht der ein oder andere hängenbleibt“, sagt Jan Christoph Zimmermann. Mit ihrem händlerfreundlichen Verhalten wollen die Citymanager die Geschäftsleute für die Langenfelder Innenstand begeistern und für sie „ein Umfeld schaffen, in dem sie vernünftig arbeiten können“, so Stefan Günther, der seit 20 Jahren in diesem Metier arbeitet.

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Tee Geschwender beispielsweise betreibt im Marktkarree den kleinsten Laden. Keine 25 Quadratmeter beträgt die Verkaufsfläche. Der Umsatz dort sei enorm gut, sagt Zimmermann. Probleme bereiten den Fachleuten in allen Shopping.Centern fast immer die oberen Etagen. Auch im Marktkarree haben Läden und Gastronomie dort stark zu knapsen. Daraus machen die City-Manager keinen Hehl. Ein hübsches italienisches Café musste schon vor längerer Zeit schließen. Und auch der Asiate existiert derzeit nur durch Subventionen. „Der Gast sitzt eben lieber draußen und hat was zu gucken oder in der Markthalle“, sagt Günther. Auch die einspurige Rolltreppe spiele eine eher negative Rolle. „Die lockt niemanden nach oben.“

Die Stadt nutzt die Leerstände mit einer so genannten „White Box“, wo Fachleute den Handel auf die Zukunft einschwören. Denn sich nur auf einen aktuell guten Lauf zu verlassen, funktioniert im Zeitalter des Internets nicht mehr. In der „White Box“ lernt man die neusten Techniken und Konzepte kennen.

Mit eigenen Ideen und ganz viel Arbeitseinsatz macht seit fünf Jahren Maria Marcianiak ihren Umsatz im Herzen des Karrees mit einem Frozen-Joghurt-Eisstand. Dort bietet die gelernte Konditorin nicht nur Eis mit selbst gemachten Topics an, sondern auch Waffeln und Crêpes. „Anfangs hat mir niemand eine Chance gegeben“, sagt sie. Heute ist sie als Treffpunkt für Familien nicht mehr wegzudenken. „Ich wollte was für Kinder, Eltern und Omas schaffen“, sagt sie. Das ist ihr gelungen. Zum Jubiläumsfest, das heute und morgen auf Hochtouren läuft, gibt es bei ihr eine Extra-Portion Toffees, Smarties oder Brownies oben aufs Eis. Die Geburtstagsfeier im Marktkarree hat Eventmanagerin Susan Rantz-Farquhar auf die Beine gestellt. Ein besonderer einarmiger Jackpot-Bandit, eine Kinderaktion mit der PAW Patrol, die Langenfelder Comic Tage, ein Kaspertheater für die Kleinsten und Schnäppchen- und Rabattaktionen erwarten die Kunden.

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