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Monheim: Einkaufswagen im Viertel verärgern Anwohner

Monheim : Einkaufswagen im Viertel verärgern Anwohner

Anwohner des Berliner Viertels beklagen die Unsitte, Einkaufswagen von Kaufland bis nach Hause mitzunehmen. Es ist ein Straftatbestand.

Offenbar haben zahlreiche Familien im Berliner Viertel am Wochenende ihre Lebensmittelvorräte aufgefrischt - auf diese Großeinkäufe deutet zumindest die große Anzahl an Einkaufswagen, die in der Plötzenseer-, Tegeler- und Lichtenberger- sowie Treptower Straße abgestellt waren. "60 Wagen habe ich gezählt", berichtet eine 67-jährige Anwohnerin. Sie stößt sich nicht nur an dem Umstand, dass die Einkaufswagen Kaufland auf diese Weise dauerhaft entzogen werden. "Viele waren mit Vogelkot beschmutzt - es ist ekelhaft sich vorzustellen, dass Menschen da ihre Lebensmittel hineinlegen." Als ehemalige Verkäuferin sei sie mit Hygieneanforderungen vertraut. Nicht zuletzt findet sie es bedenklich, dass Kinder die Wagen als Spielgerät benutzen, darin herumturnen und entweder parkende Fahrzeuge beschädigen oder sich verletzen. Da der Discounter erst um 22 Uhr schließe, empfinde sie es auch als Zumutung, dass einzelne Bewohner des Viertels nachts den voll bepackten Einkaufwagen scheppernd über Bordsteine und unebene Wege zerren. Unbegreiflich sei, dass Hinweise an Kaufland über den Verbleib der Einkaufswagen scheinbar auf wenig Interesse stoßen.

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Ähnliche Erfahrungen hat Hans-Peter Anstatt, Leiter des Ordnungsamtes, gemacht: "Wir kriegen oft Meldungen, wenn die Einkaufwagen den Verkehr gefährden. Wenn wir aber den Geschäften Bescheid geben, holen wir uns regelmäßig einen Korb. Offenbar haben die nicht das Personal, die Wagen zurückzuholen." Die herrenlosen Einkaufwagen würden dann von den mobilen Schrotthändlern einkassiert.

Zumindest die offizielle Presseverlautbarung von Kaufland klingt anders: "Wir sind dankbar für Hinweise, wenn Einkaufswagen in Wohngebieten abgestellt sind. Diese werden zeitnah von unseren Mitarbeitern abgeholt." Pressesprecherin Andrea Kübler teilt mit, dass das Mitnehmen von Einkaufswagen für das Unternehmen, gemessen an den Kundenkontakten, keine sehr große Relevanz habe. Dennoch stelle die im Berliner Viertel abhandengekommene Menge an Einkaufswagen eine Ausnahme dar. Der Erfahrung nach würden die mitgenommenen Einkaufswagen beim nächsten Einkauf wieder mitgebracht. "Dennoch ist das nicht in unserem Sinne". Überdies versichert die Pressesprecherin, dass die Einkaufswagen regelmäßig auf Sauberkeit kontrolliert und durch eine Fachfirma gereinigt würden.

"Die Mitnahme eines Einkaufswagens ist ein Straftatbestand", erklärt Monika Berger, Richterin am Amtsgericht Langenfeld. Da der Eigentümer dem Kunden ja zunächst gestatte, den Wagen zu benutzen, erfülle dies eher den Tatbestand der Unterschlagung als des einfachen Diebstahls. Der Kunde dürfe den Wagen vorübergehend behalten, wobei die Nutzungsüberlassung meist auf das Grundstück des Marktes beschränkt sei - in diesem Fall gebe er ihn aber nicht zurück.

(RP)