Langenfeld: Eine Unternehmerin macht Mut

Langenfeld: Eine Unternehmerin macht Mut

Aus einer kleinen Buchidee ist ein Verlag geworden. Die Langenfelderin Stephanie Feyerabend ist engagierte Netzwerkerin.

Aus einer kleinen Buchidee ist ein Verlag geworden. Die Langenfelderin Stephanie Feyerabend ist engagierte Netzwerkerin. Sie hilft Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Stephanie Feyerabend weiß, was es heißt, als selbstständige Unternehmerin kurz vor der Verzweiflung zu stehen. Die Erfahrungen, die eine Unternehmerin während ihrer Laufbahn machen kann, sind nicht nur positiv. Doch Stephanie Feyerabend hat sich nie unterkriegen lassen. Im Gegenteil - sie hat ihre Geschichte aufgeschrieben. Damit nicht genug, sie hatte die Idee, noch weitere Unternehmerinnen zu Wort kommen zu lassen, um ein Buch zusammenzustellen, das Mut machen will. "Es war als kleine Sache gedacht", erinnert sie sich, "acht bis zehn Unternehmerinnen, 24 Seiten und eine Auflage von 500 Exemplaren." Doch es kam ganz anders.

"Die Idee ist auf fruchtbaren Boden gefallen." Am Ende ist ein 200 Seiten starkes Buch daraus geworden, in dem 28 Unternehmerinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum die Geschichten ihrer Höhen und Tiefen erzählen. "Jede hat ein Fazit verfasst, was sie aus ihren Erfahrungen gelernt hat." Das Buch, das unter dem Titel "Alles geben - nur nicht auf!" erschienen ist, hat eine Auflage von 2.000 Stück. Dieses Buch, das Stephanie Feyerabend "unbedingt wollte", hatte eine gewichtige Folge.

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Um es so publizieren zu können, wie sie es sich vorgestellt hat, hat sie kurzerhand einen eigenen Verlag gegründet. Der Stephanie Feyerabend Verlag realisiert ganz individuelle Bücher zu den ganz persönlichen Geschichten seiner Kunden. Jedes Leben ist einzigartig. Und so soll auch das Buch dazu sein. "Weg von der Norm", meint die Verlegerin lächelnd. Den Verlag gründete sie 2015 - ein Jahr, das für die engagierte Unternehmerin ein Wendepunkt war. Denn in diesem Jahr übernahm sie auch ein Unternehmen, das sich um die öffentlichkeitswirksamen Belange der Bestatter kümmert.

Zuerst führte sie der 76-jährige Firmengründer bei den rund 250 Kunden ein. "Das war spannend", erzählt Feyerabend. Denn bis dahin hatte sie sich mit dem Thema "Tod" noch nicht auseinandergesetzt. Nun entwickelt sie Materialien, die auf die Bedürfnisse der Bestatter abgestimmt sind, wie Kondolenztaschen. Auch der Internetauftritt der Unternehmen liegt ihr am Herzen. Ebenfalls seit 2015 hat die Agentur von Stephanie Feyerabend eigene Geschäftsräume an der Kaiserstraße. Zuvor hatte sie ihr Unternehmen zur Untermiete oder von Zuhause aus betrieben. Denn selbstständig hat sich Stephanie Feyerabend bereits vor 15 Jahren mit ihrer Agentur gemacht, die Druck- und Werbemittel herstellt. "Für Ärzte, Kosmetiker, aber auch für industrielle Betriebe", sagt Feyerabend. Sie selbst hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt - nämlich in einer kleinen Druckerei. "Dort hatte ich die Möglichkeit, in alle Bereiche reinzuschnuppern." Aus ihrem Unternehmen sind inzwischen drei geworden.

Für Diana Skrotzki, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, ist Stephanie Feyerabend ein gelungenes Beispiel für eine Frau, die sich auch in Männerdomänen (Verlag/Bestatter) durchsetzt. "Darin unterstützt sie auch andere Frauen in Langenfeld", sagt Skrotzki und hebt das Frauennetzwerk "fachwerk" hervor. Dort finden Frauen Hilfe auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

(grue)