Langenfeld: Eine Kirche wird recycelt

Langenfeld : Eine Kirche wird recycelt

Am Sonntag nimmt Langenfeld Abschied von der evangelischen Johanneskirche. Die RP zeigt, was mit dem Inventar geschieht.

Es ist die Woche des Abschieds. Heute ist in der Johanneskirche die letzte Konfirmandenstunde, morgen der letzte Kita-Gottesdienst, am Donnerstag das letzte offene Singen. Etliche der etwa 40 Gemeindegruppen, von den Chören bis zum Seniorenturnen, haben ihr letztes Mal in dem Gemeindezentrum an der Stettiner Straße bereits hinter sich. So nahm die fast 30-köpfige "Gesellige Frühstücksrunde" mit Sekt und weißen Tulpen Abschied von ihrem gewohnten Treffpunkt. "Am 22. Februar geht es mit dieser Runde im Gemeindezentrum an der Hardt weiter", sagt Frank Klarmann. Wie für die anderen ehrenamtlich Engagierten ist für ihn der kommende Sonntag ein trauriger Tag: Dann wird die 63 Jahre alte Kirche nach einem letzten Gottesdienst (11 Uhr) entwidmet, um später samt Gemeindezentrum (Bj. 1985) abgerissen zu werden.

Foto: Gutmann Thomas

Die schrumpfende Kirchengemeinde wird das Grundstück in Innenstadtlage an einen Investor erkaufen. Für das Gemeindeleben soll dann an dieser Stelle nur noch ein Saal zur Verfügung stehen, den die Gemeinde beim neuen Eigentümer anmieten will. In diesem Saal wird laut Plan ein Teil des Inventars an die Johanneskirche erinnern, das Altarkreuz etwa oder die Altarbibel. "Vieles andere zieht zu einem der anderen Kirchenstandorte in Langenfeld oder ins Seniorenheim CBT-Haus um", sagt Cornelia Schmidtberg. Der 58-Jährigen fällt der Abschied nach einem Vierteljahrhundert Dienst als Küsterin besonders schwer: "Hier schlägt mein Herz. Das ist wie ein eigenes Zuhause", sagt Schmidtberg mit Tränen in den Augen. Wichtig ist ihr: Auf dem Sperrmüll soll so wenig wie möglich landen. So seien an der Orgel Gemeinden in Osteuropa interessiert. "Anderes könnte in Afrika Verwendung finden", ist die Küsterin überzeugt.

Foto: Gutmann Thomas
Foto: Gutmann Thomas
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Foto: Gutmann Thomas
Foto: Gutmann Thomas
Foto: Gutmann Thomas
Foto: Gutmann Thomas

Für die Kanzel dürfte sich dies wegen der Transportkosten indes kaum lohnen. Deshalb hofft Pfarrer Hartmut Boecker (53) auf das Interesse heimischer Brauchtumsvereine. Denn das tonnenartige Holzobjekt könnte auch als Bütt dienen. "Vielleicht findet sich ja ein Verein, der sagt: Wir nehmen die Kanzel - dafür stellen wir euch für die Weihnachtsgottesdienste unseren Saal zur Verfügung", sagt der Pfarrer.

(gut)
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