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Langenfeld/Monheim: Einbruch in die Seele

Langenfeld/Monheim : Einbruch in die Seele

Karin Peglau ist Opferschutzbeauftragte der Kreispolizei. Die meisten der Menschen, die von ihr beraten werden, sind Opfer von Einbrüchen geworden. Diese Menschen leiden in der Zeit unmittelbar nach der Tat unter dem Gefühl der Unsicherheit in den eigenen vier Wänden. "Das Sicherheitsgefühl ist stark eingeschränkt", sagt Peglau.

Bei den meisten Opfern lasse das schnell wieder nach. Es könne aber auch zum Trauma werden. Peglau empfiehlt dann den Besuch der LVR-Klinik — dort gibt es eine Traumaambulanz. Übrigens auch für Kinder, die unter dem Eingriff in ihre Privatsphäre leiden. "Sie reagieren mit Verzögerung auf das Geschehen." Bei den Eltern bleibt neben der Unsicherheit auch oft ein Gefühl des Ekels zurück. "Es gibt Opfer, die schmeißen ihre ganze Wäsche danach in die Waschmaschine", berichtet Kriminalhauptkommissar Udo Wilke.

Die Vorstellung, dass ein Fremder im Kleiderschrank gewühlt hat, ist für viele ein tiefer Eingriff in die Intimsphäre. Auch, wenn Erinnerungsstücke Teil der Beute wurden, leiden die Menschen doppelt. Wilke ist Experte für ein einbruchssicheres Haus und weiß, wie alte Fenster auf den neuesten Stand gebracht werden können. "Die Opfer sind dankbar für diese technische Beratung", sagt Peglau. Es sei wichtig, dass das subjektive Sicherheitsempfinden so schnell wie möglich wieder hergestellt wird."

(RP)