Langenfeld: Ein rüstiges Paar feiert heute Gnadenhochzeit

Langenfeld : Ein rüstiges Paar feiert heute Gnadenhochzeit

An diesen Tag damals vor 70 Jahren, den 27. Dezember 1943, können sich Käthe und Erwin Günther noch ganz genau erinnern. Es war ein sehr kalter Wintertag mit viel Schnee, als sie mit Pferd und Schlitten zur Kirche fuhren, um sich trauen zu lassen. Heute feiert das in Langenfeld heimisch gewordene Paar das Fest der Gnadenhochzeit im Familienkreise, übermorgen ist die große "offizielle" Feier, zu der sich auch der stellvertretende Bürgermeister angesagt hat.

An diesen Tag damals vor 70 Jahren, den 27. Dezember 1943, können sich Käthe und Erwin Günther noch ganz genau erinnern. Es war ein sehr kalter Wintertag mit viel Schnee, als sie mit Pferd und Schlitten zur Kirche fuhren, um sich trauen zu lassen. Heute feiert das in Langenfeld heimisch gewordene Paar das Fest der Gnadenhochzeit im Familienkreise, übermorgen ist die große "offizielle" Feier, zu der sich auch der stellvertretende Bürgermeister angesagt hat.

Foto: NN

"Gefeiert wurde damals bei uns zu Hause, da war schon einiges los", erinnert sich der 93-jährige Jubilar an die Hochzeit in Gottesberg bei Breslau im damaligen Schlesien. "Aber es war ja noch Krieg, da war es um das Essen nicht so gut bestellt". Seine Mutter jedoch sei Köchin gewesen und habe sich um alles gekümmert bei dieser schon recht großen Hochzeit mit Familie, Nachbarn, Freunden und Bekannten.

Kennengelernt hat sich das Ehepaar 1941. Zuvor war Erwin Günther, der mit dreizehneinhalb Jahren in die Lehre als Schlosser ging, mit 16 Geselle war und 1939 mit 19 Jahren zum Militär kam, im Krieg in Polen, Frankreich und Russland. Durch eine schwere Erkrankung kam er von Russland ins Lazarett nach Sorau in der Niederlausitz. "Das habe ich so weit alles gut überstanden", sagt er. Damals war im Nachbarort Marsdorf gerade Kirmes, und die einheimischen Familien wurden gefragt, wer einen Soldaten einladen wolle. Auf diese Weise kam Erwin Günther in die Familie seiner künftigen Freundin und späteren Ehefrau, die während des Krieges als Telefonistin beim Luftschutzwarnkommando beschäftigt war. Da er jedoch weiterhin in Berlin stationiert war, konnten sie sich zunächst immer nur im Urlaub treffen. Der schönste war dann der Hochzeitsurlaub Ende 1943.

Nach Stationen in Hamburg, Benrath und Gelsenkirchen, wo Erwin Günther in einer Wellpappenfabrik beschäftigt war, zog das Paar 1983 mit dem Eintritt in den Ruhestand nach Langenfeld. Hier leben auch die beiden Söhne und drei der vier Enkelkinder. Beide Jubilare sind immer gerne gereist, "auch wenn die Zeit dafür langsam vorbei ist", wie Käthe Günther, die vor kurzem ihren 90. Geburtstag feierte, bedauert. Die schönste Reise, von der beide übereinstimmend schwärmen, war eine dreiwöchige Kreuzfahrt übers Mittelmeer. Viele Jahre lang führte der Reiseweg außerdem auch nach Südtirol, so oft, dass "das wie zu Hause für uns war. Die haben dort immer schon auf uns gewartet", erzählt die Jubilarin. Gerne machte das Gnadenhochzeitspaar auch Camping, anfangs mit Zelt, später mit dem eigenen Wohnwagen. So ging es bis nach Italien und ins damalige Jugoslawien.

Mittlerweile ist das Leben ruhiger geworden. Aber neben dem Haushalt, der nach wie vor in der eigenen Wohnung in Langenfeld-Mitte in Eigenregie betrieben wird, bleibt den äußerst rüstigen Ruheständlern immer noch Zeit zum Lesen oder Kreuzworträtseln. "Außerdem haben wir gute Freunde, mit denen wir uns jeden Sonntag treffen", erzählt Käthe Günther, "da gibt es immer viel zu lachen".

Wie schafft man es, eine so lange Zeit froh und zufrieden gemeinsam durchs Leben zu gehen? Die Antwort kommt sehr schnell: "Man sollte sich immer gegenseitig achten", sagt sie. "Wir haben uns immer ergänzt", sagt er, "und vieles zusammen gemacht". REGINA FRIESE

(ref)
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