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Langenfeld: Ein Raum für jedes einzelne Kunstwerk

Langenfeld : Ein Raum für jedes einzelne Kunstwerk

Der 78-jährige Künstler Willy L. Bitter aus Hilden stellt bis zum 6. Juli im Kunstverein Langenfeld aus. Es ist eine feine Auswahl an Skulpturen und Arrangements entstanden.

"Kunst braucht Raum" hat Willy L. Bitter seine Ausstellung im Kunstraum an der Hauptstraße 135 genannt. Und tatsächlich sind in dem Ausstellungsraum des Kunstvereins Langenfeld verschiedene Nischen, Extraräume, entstanden. Dies geschah anlässlich der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Vereins. Es wäre schade, dies alles gleich wieder zu demolieren. So kam man auf die Idee, diese Kleinsträume noch einmal für eine geeignete Ausstellung zu verwenden. Jedes Objekt bekam einen eigenen abgetrennten Bereich, ja es wurde vom Raum umhüllt. So konnte jedes Objekt mit einem Subjekt in Verbindung treten und eine Beziehung aufbauen. Die kleinen Kärtchen am Boden, mit den zutreffenden Titeln, helfen dabei ins Transzendale überzuwechseln.

Willy L. Bitter ist Autodidakt. "Ich bin ein Geliebter unter dem Himmel", sagt er. Und: "Meine Lehrer fand ich im Getümmel der Weltgeschichte." Es gäbe keine unbeeinflusste Kunst, so der Hildener. Schon Antoni Tàpies, der ebenfalls zu Bitters kunsthistorischen Ahnen gehört, habe gesagt, dass in dem Moment, in dem der Homo sapiens zwei Linien kreuzte, das erste Kunstwerk entstanden sei.

"Ich möchte den Betrachter in der 'Kunstseele' treffen", sagt der Mann, der einen blauen Pullover trägt und damit ein farbliches Äquivalent zur Kolorierung vieler seiner Ausstellungsstücke bildet. "Das Blau auf der Fahrt zum Himmel", heißt das Exponat, das einen filigranen Wagen darstellt, der mit Ultramarinblau gefüllt ist. Als Nächstes kommen plattgehauene, lange Nägel auf Rädern, ein "Symbol für imaginäre Bewegungen", sagt der Künstler.

Um die Ecke gedacht hat Bitter auch bei der Installation, bei der auf einer Sandunterfläche ein Knüppeldamm ruht und darauf wiederum ein Boot - das mit Wasser angefüllt ist. Es folgt der "Wächter aus Eisen". Bitter meint dazu: "Eisen ist voller Geheimnisse."Noch einmal gibt es einen filigranen Wagen, versehen mit einer Feder. "Himmelswagen" nennt sich das Objekt. Die Kreation "Geborgenheit" zeigt ein kreuzförmiges Haus, das mit Wachs überzogen ist. "Wachs konserviert", meint der Künstler dazu. Schließlich endet der Rundgang in der Ausstellung bei einem stählernen Bett, in dem sich eine Bleifigur befindet. "Traum" heißt das Arrangement. "Manchmal sind Träume bleiern", fügt der Künstler hinzu.

Die Ausstellung "Kunst braucht Raum" ist noch bis zum 6. Juli jeweils dienstags, freitags und samstags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, 5. Juni, bis 20 Uhr, und freitags, 6. Juni, 13. Juni und 27. Juni jeweils 11 bis 13 Uhr, ist der Künstler anwesend. Am 12. Juni beginnt um 19.30 Uhr ein Konzert "Konkret zu Abstrakt"; der Eintritt ist frei. Am 26. Juni heißt es ab 19 Uhr "Kunst und Jazz". Am Sonntag, 6. Juli, zur Finissage gibt es ein Kunst-Café. Kostenbeitrag zehn Euro (Mitglieder sechs Euro). Bitte um Reservierung unter Tel. 02173 1618890.

(RP)