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Zugabe Unser Senf Zum Wochenende: Ein Haar in der Jubiläumssuppe

Zugabe Unser Senf Zum Wochenende : Ein Haar in der Jubiläumssuppe

Morgen feiern der Verein Piwipper Böötchen und die Große Monheimer Karnevalsgesellschaft (Gromoka) 800 Jahre Schiffahrt in Monheim. Eine ist nicht dabei, obwohl sie eine Einladung bekommen hat: Jutta Brüske, früher CDU-Ratsfrau und Vorsitzende des städtischen Planungsausschusses. Die 76-Jährige findet: "Ein Monheimer Schiff nahm 1217 an einem Kreuzzug teil - das kann man doch nicht feiern!". Die Kreuzfahrer hätten damals zahllose Gräueltaten in den von ihnen heimgesuchten Ländern begangen. "Die waren nicht besser als der ,Islamische Staat' heute", sagt die Katholikin und pensionierte Lehrerin.

Heiner Müller-Krumbhaar, Vorsitzender des Böötchen-Vereins und Initiator der Feier, will sich von Brüskes Entrüstung das Jubiläum nicht vermiesen lassen: "Wir feiern nicht die Kreuzfahrer, sondern die erste Erwähnung eines aus ,Munhem' stammenden Schiffes", sagt der emeritierte Physik-Professor und passionierte Heimathistoriker. Wie heute seien es auch schon damals vor allem die "schlimmen Dinge" gewesen, die Eingang in Chroniken fanden.

Auch den Einwand, dass es auf dem Rhein bei Monheim mindestens seit den alten Römern schon Schiffe gegeben habe, hält der 73-Jährige für Haar-Fischerei in der Jubiläumssuppe: "Es ist traditionell die Ersterwähnung, die begangen wird. Das war schon im Jahr 2000 bei ,850 Jahre Monheim' so", sagt Müller-Krumbhaar.

Ein echter Monheimer eben: Lokalpatriot und feierfreudig.

(RP)