Langenfeld: Ein Festival feiert die Mundart

Langenfeld: Ein Festival feiert die Mundart

In Düsseldorf versammelten sich jetzt Experten, darunter auch Langenfelder.

"Jede Region liebt ihren Dialekt, sei er doch eigentlich das Element, in welchem diese Seele ihren Atem schöpfe", meinte Goethe. Wenn das stimmt, ist die Seele der Rheinländer doch etwas verkümmert. Rheinische Mundart spielt in alltäglichen Gesprächen auf der Straße, in Büros oder Geschäften kaum eine Rolle. "Ich bin zwar mit Platt aufgewachsen, aber mir wurde in der Schule der Gebrauch regelrecht ausgetrieben", sagt Kabarettist Frank Küster.

Beim 1. Dohenger Festival im Kulturbahnhof Gerresheim, das rheinischer Mundart und rheinische Lebenskultur verbindet, sollte Platt endlich mal eine übergeordnete Rolle spielen. In Düsseldorf mit dabei waren auch Langenfelds Ehrenbürger Manfred Stuckmann, der regelmäßig "Verzällchen-Touren" unternimmt, sowie der Kammerchor Langenfeld.

"Wir suchen mit unterschiedlichen Methoden danach, wie man Menschen untereinander und mit Kultur verbinden kann", erläutert Festival-Organisator Carsten Reinhold Schulz. Es gab Läsonge (Lesungen), Jesang (Gesang), Vördräje (Vorträge), Verzälkes (Erzählungen), kabarettestesche Beidräch (kabarettistische Beiträge) mit dem Wahl-Rheinländer Konrad Beikircher als Top-Act und rheinisch-kulinarische Spezjaletäte. Dabei wurde die Rückbesinnung auf Heemot (Heimat) im Zuge der Jlobaleseerong (Globalisierung) bis hin zur Neubewertung der Mundart als identitätsstiftend thematisiert. "Es erkennen viele, dass Mundart einen Wert hat. Sie ist eine Kultursprache, die die Mentalität einer Region ausdrückt", erläuterte Expertin Monika Voss.

(RP)