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Langenfeld: Ebola: Einsatzplan regelt den Ernstfall

Langenfeld : Ebola: Einsatzplan regelt den Ernstfall

Das Langenfelder Krankenhaus St. Martinus ist laut Chefarzt Reinhard Tönissen für den Fall gewappnet, dass plötzlich ein Patient mit dem gefährlichen Virus auftaucht. Er muss schnell verlegt werden.

Das Massensterben in Westafrika entsetzt, doch bislang schien die tödliche Ebola-Krankheit weit weg zu sein. Spätestens seit der Ansteckung einer spanischen Krankenschwester in einer Madrider Klinik nimmt auch hierzulande die Sorge zu. Auch das Langenfelder Krankenhaus St. Martinus wappnet sich nach Angaben von Chefarzt Dr. Reinhard Tönissen. "Bislang ist das Auftreten von Ebola nur Theorie, aber wir sind uns im Klaren, dass solch ein Fall auch auf uns zukommen kann." Und deshalb habe die an der Klosterstraße gelegene Klinik erste Vorkehrungen getroffen.

Sollte sich bei einem Patienten in der Notfall-Aufnahme aufgrund von Fieber, Abgeschlagenheit und möglichen Kontakten nach Westafrika der Verdacht auf eine Ebola-Infektion ergeben, dann wird er nach Tönissens Angaben sofort isoliert. "Behandeln können wir ihn bei uns nicht, deshalb würde er schnellstens in die hierfür entsprechend ausgestattete Düsseldorfer Universitätsklinik gebracht."

Ein kreisweiter Einsatzplan, nach Angaben von Dr. Rudolf Lange, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, schon im August erstellt, regelt alle notwendigen Schritte. "Aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass wir in dieser Region einen Fall bekommen." Meldet sich in der Leitstelle der Feuerwehr oder in anderen Notfallzentralen telefonisch ein Patient mit Fieber, müssen die Einsatzkräfte sofort nachhaken. War der Patient zuvor in Afrika oder anderen Ländern, in denen das Ebola-Virus wütet? Weist er für Ebola typische Symptome auf? "Diese Groschen müssen fallen", betont Lange.

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Fachärztin Dr. Edith Fischnaller hat in den vergangenen vier Jahren am Martinus-Krankenhaus eine eigene Hygieneabteilung aufgebaut. Vor einigen Wochen hat sie für Ärzte und Pflegekräfte auf einem Merkblatt zusammengefasst, was sie bei "Verdacht auf virales hämorrhagisches Fieber" - also Ebola - zu tun haben. Nach Fischnallers Angaben soll der betroffene Patient möglichst dort bleiben, wo der Ebola-Verdacht festgestellt wurde; ob in der Ambulanz, im Rettungswagen oder eigenen Auto. Nur ein Arzt und eine Pflegekraft in Schutzkleidung dürfen sich dort um ihn kümmern. Zugleich sei unverzüglich das für Ebola-Verdachtsfälle zuständige Kompetenzzentrum in Düsseldorf zu informieren. Fischnaller zufolge muss eine Verlegung in ein Spezialkrankenhaus wie die Düsseldorfer Unikliniken unbedingt schnellstmöglich erfolgen, "auch bei kritischen intensivpflichtigen Patienten". Mit einem Spezialtransport seien grundsätzlich alle Patienten verlegungsfähig.

Die vorgeschriebene Schutzkleidung mit Atemmasken, Handschuhen und Brillen ist nach Tönissens Worten für den Fall der Fälle vorrätig. "Anhand des ausführlichen Merkblatts und den Veröffentlichungen zu Ebola im Ärzteblatt haben wir in unserer wöchentlichen Fortbildung die Vorgehensweise mehrfach ausführlich besprochen."

Auch die von vielen Langenfeldern und Monheimern aufgesuchten Krankenhäuser in den Nachbarstädten bereiten sich vor. In Solingen hat wie das Bethanien-Krankenhaus auch die St. Lukas-Klinik spezielle Schutzkleidung angeschafft, die vom Robert-Koch-Institut empfohlen ist, sagt Pressesprecherin Cerstin Tschirner. Isoliert werden können Patienten in einzelnen Zimmern. Im Klinikum Leverkusen wurde nach Angaben von Klinikdirektor Dr. Jürgen Zumbé bereits vor drei Monaten ein Ebola-Notfallplan aufgestellt. Notfallkoffer mit Ganzkörper-Schutzkleidung und speziellen Instrumenten stünden bereit. "Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist es, einen Ebola-Patienten da zu isolieren, wo er auftaucht."

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(RP)