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Kreisverkehre in Monheim: Drei Kreisel bekommen diese Kunst

Kreisverkehre in Monheim : Drei Kreisel bekommen diese Kunst

Peto setzt im Finanzausschuss alleine "Geysir" durch. Nur CDU ist auch gegen "Häuser-Paar" und "Haste Töne".

Sanfte Ruhe, mürrisches Brodeln und heftige Ausstöße im raschen Wechsel: Die Diskussion der Stadtpolitiker im Haupt- und Finanzausschuss ähnelte dem "Monheimer Geysir" - einem von vier geplanten Kunstwerken für den öffentlichen Straßenraum. Wie bereits kurz berichtet, befürwortete die von der Peto getragene Ausschussmehrheit nach einer längeren Debatte alle vier Vorhaben. Die Kunstwerke auf drei Kreisverkehren und in einer Unterführung sollen zusammen 931.000 Euro kosten. Vor allem am Geysir entzündete sich zwischen Vertretern der Peto auf der einen Seite und CDU-Ratsleuten auf der anderen Seite eine erregte Diskussion, in die sich auch die anderen Fraktionen einschalteten.

Foto: Künstlerkomitee Inges Idee

Vorbehaltlich des als sicher geltenden Beschlusses im Stadtrat am 16. Mai kommen mit einem Vorgriff auf 410.000 Euro aus dem Haushalt des kommenden Jahres somit diese von externen Kunstexperten und einer interfraktionellen Kommission ausgewählten Werke auf den Weg:

"Monheimer Geysir" (Künstler: Thomas Stricker; Standort: Kreisverkehr Rheinpromenade/Kapellenstraße) Die vom Schweizer Bildhauer und Aktionskünstler entworfene Stoßfontäne soll ab 2019 immer sonntags Wasser bis in zwölf Meter Höhe schießen. Zur festgelegten Zeit werde der Kreisel dann jeweils anderthalb Minuten lang per Ampelschaltung für den Verkehr gesperrt. Geschätzte Gesamtkosten: 415.000 Euro.

"Häuser-Paar, Modell Monheim" (Timm Ulrichs; Kreisel Monheimer-/Sandstraße) Der emeritierte Professor will mit ortstypischen Hausformen eine Art Tanz darstellen, die Monheims dynamische Entwicklung widerspiegeln soll. Geschätzte Kosten: 140.000 Euro.

"Haste Töne" (Künstlerkollektiv Inges Idee; Kreisel Bleer Straße/Berliner Ring) Die in dem Berliner Kollektiv arbeitenden Hans Hemmert, Axel Lieber, Thomas A. Schmidt und Georg Zey raten mit ihrer Skulptur in Form einer Schallplatte und eines Tonarms, "eine ganz neue Platte aufzulegen". 126.000 Euro sind veranschlagt.

Lichtkunstkonzept (Unterführung Heinestraße) 250.000 Euro stehen bereit, der oder die Künstler stehen noch nicht fest.

Vor allem am Geysir entzündete sich im Ausschuss ein Schlagabtausch. Mit Blick auf die seit Wochen öffentlich geäußerten Vorbehalte zur technischen Machbarkeit dieser Aktionskunst hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) eingangs der Sitzung einen Kompromiss vorgeschlagen. Danach sollten die Parteien nur über die drei letztgenannten Kunstwerke und deren Finanzierung direkt abstimmen, hingegen für den Geysir zunächst eine etwa 25.000 Euro Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. "Bislang handelt es sich beim Geysir erst um ein Konzept", betonte Zimmermann. Viele Detailfragen zur technischen Umsetzung ließen sich aktuell noch nicht beantworten. "Es wäre schade, dieses Kunstwerk von hoher Qualität durch Mutmaßungen zu beschädigen."

Werner Goller (SPD) begrüßte diese differenzierte Beschlussvorlage, kritisierte indes die nach seiner Ansicht besser für soziale Dinge verwendete Ausgabe. Markus Gronauer (CDU) wiederholte die von seiner Partei schon im Kulturausschuss vorgebrachte Kritik an allen drei Kreisel-Kunstwerken, hielt lediglich die Lichtkunst für sinnvoll. "Die tanzenden Häuser und der Plattenspieler haben nichts mit Monheim zu tun. Und wenn wir einen Springbrunnen wollen, dann lassen wir ihn von Handwerkern bauen. Mit Kunst hat das nichts zu tun!"

Lisa Pientak und Ingo Elsner (beide Peto) wiesen die Kritik zurück, betonten die hohe Qualität aller Entwürfe und setzten durch, dass statt einer Machbarkeitsstudie für den Geysir direkt - doch nicht als Gesamtpaket - abgestimmt wurde. Allein die Peto stimmte für den Geysir; CDU, SPD, FDP waren dagegen; Grüne und Linke enthielten sich. Das Häuser-Paar und den Plattenspieler befürworteten indes neben der Peto auch SPD, FDP und Linke; nur die CDU lehnte auch diese Werke ab, die Grünen enthielten sich.

(mei)