Langenfeld/Monheim: Dokument mit Fingerabdruck

Langenfeld/Monheim: Dokument mit Fingerabdruck

Eine neue Karte dokumentiert den Aufenthaltstatus von Drittstaatenangehörigen – Menschen, die aus einem Land außerhalb der EU stammen. 30 000 Bürger im Kreis Mettmann erhalten den Ausweis.

Eine neue Karte dokumentiert den Aufenthaltstatus von Drittstaatenangehörigen — Menschen, die aus einem Land außerhalb der EU stammen. 30 000 Bürger im Kreis Mettmann erhalten den Ausweis.

Neuer Führerschein, ein kleinerer Personalausweis — die Kärtchen im Portemonnaie werden nach und nach ausgetauscht und gehen mit der Zukunft. Der elektronische Aufenthaltstitel, kurz eAT, ist ab dem 1. September der nächste Newcomer im Kreditkartenformat. Er dokumentiert den Aufenthaltsstatus von Drittstaatenangehörigen, also von Menschen mit Migrationshintergrund außerhalb der EU. 30 000 Menschen im Kreis Mettmann sind betroffen.

Die Ausländerbehörde des Kreises Mettmann trifft derzeit Vorbereitungen, um die Einführung möglichst reibungslos zu meistern. Nach Beschluss der EU muss das bisherige Klebe-Etikett im Nationalpass von dem neuen Ausweis abgelöst werden — zumindest bei allen künftig sich ändernden Titeln.

45 statt zehn Minuten

Das EU-weit einheitliche Dokument enthält einen zertifizierten Chip im Karteninneren mit biometrischen Merkmalen, wie Foto, persönliche Daten und Fingerabdruck und sorgt so für eine starke Bindung zwischen dem Dokument und seinem Inhaber. Damit soll Missbrauch vorgebeugt werden.

Für die ausstellenden Behörden und die Antragsteller ist mit dem neuen Dokument ein größerer Aufwand verbunden. So erhöht sich die Bearbeitungszeit pro Fall von bisher zirka zehn auf bis zu 45 Minuten, und die Gebühren für den Antragsteller steigen deutlich — auf bis zu 250 Euro pro Titel. "Zu viel", sagt Erkan Güneser, Mitglied im Integrationsausschuss des Monheimer Stadtrates, stellvertretend für viele Betroffene (siehe Interview).

Kreisrechts- und Ordnungsdezernent Nils Hanheide und die stellvertretende Leiterin der Ausländerbehörde Stephanie Wiesemann haben mitgedacht. Verschiedene Maßnahmen sollen die Neueinführung für die rund 30 000 Betroffenen im Kreis erleichtern. "Zunächst haben wir fünf zusätzliche Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde eingesetzt. Ob deren Kapazität reicht, werden wir dann im Sommer 2012 erneut überprüfen", erklärt Hanheide.

Neben der Kreisbehörde in Mettmann werden auch in den Rathäusern Velbert und Ratingen, in den sogenannten Kreis-Service-Centern, Beantragungen des eAT möglich sein. Um den Antragstellern längere Wartezeiten zu ersparen, werden neben den generellen Öffnungszeiten Terminvereinbarungen möglich sein.

Ein Beratungsteam soll zudem außerhalb der regulären Sachbearbeitung einen Ansprechpartner zur Verfügung stellen. "Außerdem versuchen wir die Betroffenen schon im Vorfeld zu erreichen und vorzubereiten. Wir schreiben die einzelnen Städte und Vereine an, drucken mehrsprachige Broschüren und Flyer", so Stephanie Wiesemann. Nils Hanheide ist optimistisch: "Wir werden unser Bestes geben, dass die Betroffenen im Kreis Mettmann so wenig wie möglich beeinträchtigt werden."

(RP)
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