Digitalisierung im Klassenzimmer

Langenfeld : Schüler erproben Unterricht mit i-Pad

Ein Projekt am Konrad-Adenauer-Gymnasium hat sich mit der Digitalisierung auseinandergesetzt.

Verbote von privaten Smartphones und Tablets im Unterricht – darauf greift man auch im Konrad-Adenauer-Gymnasium zurück. Zumindest in der Unter- und Mittelstufe soll das Verbot bestehen bleiben, „doch für die Oberstufe scheint es darauf hinauszulaufen, Bildschirmgeräte zukünftig zu erlauben“, erklärt Christian Hoppe, Lehrer am Konrad-Adenauer-Gymnasium: „Die Schulkonferenz möchte die strengen Regeln aufweichen.“ Sein Kollege Dr. Harald Schmidt-Ott fügt hinzu: „Gerätenutzung bloß zu verbieten bereitet uns ein ungutes Gefühl. Ein vernünftiger Umgang mit privaten Smartphones und Tablets ist möglich.“ Schmidt-Ott, Hoppe und weitere Lehrkräfte blicken der Entwicklung erwartungsvoll entgegen und möchten digitale Bildung fest im Hause verankern.

Damit dieser Umschwung reibungslos verläuft, gab es in der Schule drei Projekttage. Der Frage „Immer online – nie mehr allein?“ sind Schüler, Eltern und Lehrkräfte beim gleichnamigen Präventionsprojekt nachgegangen. Initiatoren und Organisatoren waren die Krankenkasse Barmer, der TÜV Rheinland und die BG3000, ein Social Impact Start-up, das digitale Projekte umsetzt – so auch für die Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Drei Tage lang standen für rund 50 Jugendliche der 11. Klassen besondere Fächer auf dem Stundenplan. Workshops wie „Prezi: Powerpoint war gestern“, „iPads & Co“ oder „Journalismus im digitalen Zeitalter“ brachten eine willkommene Abwechslung vom Unterrichtsalltag. Alle Kurse hatten einen roten Faden: den verantwortungsvoller Umgang mit den sozialen Medien zu vermitteln. „Digitaler Stress“ – so lautete ein wichtiges Schlagwort. Begleitet wurden die drei Projekttage von Veronika Stumpf und Tobias Bönemann, die beide als Berater bei BG3000 tätig sind.

„Mit unseren Kooperationspartnern klären wir über Gefahren und Risiken auf, die sich im Internet verbergen“, meinen Stumpf und Bönemann: „Wir sensibilisieren die Jugendlichen auf Krankheitsbilder, die etwa mit intensiver Smartphone-Nutzung zusammenhängen.“ Die Schülerinnen Kim, Paulina und Johanna (alle 17) haben zum Thema „Digitaler Stress und Cybermobbing“ einen Kurzfilm gedreht, mit iPads und draußen auf dem Schulhof. „In dem Clip geht es um zwei Schülerinnen, die gemeinsam für eine Klausur lernen“, erzählt Paulina: „Die eine ist hochkonzentriert, die andere wird ständig von ihrem Smartphone abgelenkt. Während der Klausur bringt die Schülerin mit dem Smartphone nichts zu Papier; ihre fleißige Freundin schreibt dagegen alles nur so herunter.“

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Hinter dem Kurzfilm steckte auch eine zweite Intention: Filmbearbeitungssoftware und Videoschnitt kennenzulernen. „Das hat Eingewöhnungszeit gebraucht, funktionierte bald aber sehr gut“, meint Kim. Manche Lehrkräfte der drei Schülerinnen akzeptieren die Nutzung von iPads, falls sie ausdrücklich dem Unterricht dient. Johanna zählt auf: „Aufgaben an den Lehrer zu schicken und sie in der nächsten Stunde korrigiert zurückbekommen ist sehr praktisch. Und im Pädagogikunterricht nutzt jeder Schüler sowieso ein eigenes Tablet. Das hilft enorm bei Gruppenarbeiten, da die Geräte miteinander verbunden sind.“

Die Meinung von Kim, Johanna und Pauline zum Handyverbot ist zwiespältig. Bei jüngeren Schülern aus der Unterstufe, die eher zur Ablenkung neigen, sei es angebracht. „Doch ist das Verbot bei uns in der Oberstufe weniger sinnvoll“, findet Johanna: „Ob Infos zu Stundenausfällen, Mails von Lehrern, Stundenpläne – die schulbezogene Nutzung kann fruchtbar sein.“

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