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Dietmar Wolf aus Düsseldorf-Friedrichstadt schreibt Enten-Buch

Dietmar Wolf schreibt Enten-Buch : Der Wolf und seine Ente

Wer Ente fährt, der erlebt auch was, so wie Dietmar Wolf, der viele Erinnerungen zu Papier gebracht hat. Entstanden ist ein Buch mit dem Titel „Entengeschichten“, die manchmal wahr sind und manchmal „erstunken und erlogen“.

Als Kind hatte Dietmar Wolf ein Sparschwein. Auf der einen Seite klebte ein Sticker von einem Porsche 911, „aber ich wusste, dass ich mir den nie leisten kann“, sagt Wolf, der auf der anderen Seite der Spardose das Bildchen einer Ente befestigte, „die fand ich auch gut“, so der 62-Jährige, der damals aber nicht ernsthaft daran dachte, sich irgendwann wirklich eine Ente zu kaufen.

Irgendwann brauchte er ein Auto, mit dem er vorfahren konnte, als Reiseverkehrskaufmann war er viel unterwegs. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, aus der irgendwann Liebe wurde, – auch wenn Wolfs erste Ente auf der Autobahn abbrannte, mitten in der Nacht, irgendwo bei Dormagen, „ich wunderte mich, warum es plötzlich so warm wurde“, sagt Dietmar Wolf. Und auch mit seinem heutigen Schätzchen hat er so manchen Klinsch gehabt, „sie ist zickig“, sagt Wolf. Seit knapp einem Jahr haben die beiden sich nicht mehr gesehen. Die Ente steht in einer Werkstatt, „das Häuschen ist kaputt“, erzählt Wolf. Keine große Sache, wenn der Schrauber nicht so lausiges Pech gehabt hätte. Erst kündigte der eine Mitarbeiter, „dann starb der zweite“, so Wolf. Und am Ende plumpste die Ente auch noch vom Hänger.

 Langsam wie eine Schnecke: Mit seiner Ente namens Dolly (so heißt die Sonderlackierung) macht Wolf gerne gemütliche Ausfahrten.
Langsam wie eine Schnecke: Mit seiner Ente namens Dolly (so heißt die Sonderlackierung) macht Wolf gerne gemütliche Ausfahrten. Foto: Dietmar Wolf

Solche Geschichten hat Dietmar Wolf, der eigentlich Grünen-Politiker ist und seit zweieinhalb Wochen Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 3, unzählige zu erzählen. Und weil er für den Entenschnabel, das Citroën-2CV-Magazin, so manche Anekdote zu Papier brachte, längst aber nicht alle, hat der Enten-Fan nun ein Buch herausgegeben. „Entengeschichten“ von Anton Wolfpril – das ist Dietmar Wolfs Pseudonym, das er vor Jahren von einem Redakteur des Enten-Magazins bekam. Damals war der 62-Jährige auch zweiter Vorsitzender eines Enten-Dachverbands, der spinnefeind war mit dem Entenschnabel. Als Anton Wolfpril konnte er inkognito seine Texte veröffentlichen.

Das Buch ist zeitlich auf ein Jahr begrenzt. Es fängt mit Weihnachten an und hört mit Weihnachten auf. „Ente, ein Auto wie Weihnachten“, damit schließt Wolf das letzte Kapitel. Der Protagonist, ein Ich-Erzähler namens Anton Wolfpril – verheiratet, Familienvater und auch ein bisschen freiheitsliebend – will seiner Liebsten eine Ente zu Weihnachten schenken. In einer Annonce entdeckt er ein quietschgelbes Modell, muss vor dem Kauf aber erstmal das Familienkonto plündern. Das ist aber leer, also pumpt er seinen Vater an. Als er beim Händler eintrifft, ist die gelbe Ente weg, Wolfpril nimmt stattdessen eine grüne. Und muss an Heiligabend feststellen, dass seine Frau die gelbe gekauft hat, zu Weihnachten, für ihren Mann Anton Wolfpril.

Diese Geschichte ist frei erfunden, „erstunken und erlogen“, sagt Wolf, „meine Liebste würde nie eine Ente fahren.“ Andere Texte hat Wolf aber genau so erlebt, oder einer seiner Enten-Freunde. Richtung Süddeutschland war sein Kumpel mit der Gattin unterwegs, der Abhang am Elzer Berg recht steil. Die Ente nahm Fahrt auf, wurde immer schneller, 130 Kilometer pro Stunde. „Und plötzlich fiel die Heckscheibe raus“, sagt Wolf. Das Erlebnis schreib er auf, „ab und zu übertreibe ich auch ein bisschen“, sagt der 62-Jährige, in dessen Buch die Ente nach der Bergabfahrt einen Totalschaden erleidet. Das passiert aber nur einmal im Buch, meistens bleibt die Ente ganz. Mehr oder weniger jedenfalls. Mal wird sie geklaut, mal landet sie im Graben – wer Ente fährt, der erlebt auch was.

Platz für 16 Kurzgeschichten hat es in Dietmar Wolfs Erstlingswerk gegeben, viele Texte liegen noch daheim in der Schublade. Mit Titeln wie „Vive la 2CV“ oder „Elsa, die Gummibärchenkuh“ hat der 62-Jährige seine Kurzgeschichten überschrieben – frech und witzig, so wie Wolf auch im wahren Leben ist. Er hat immer einen Spruch parat und meistens auch das letzte Wort, wie bei den Verhandlungen mit dem Verleger.

Die beiden tranken ein Bier, und dann noch eins. Dann kam der Kräuterschnaps, „den hat er nicht vertragen“, sagt Wolf, „das war mein Glück“. Am 27. Juli sind Anton Wolfprils Entengeschichten erschienen – ein Datum, das Enten-Liebhaber kennen werden. Vor 30 Jahren rollte am 27. Juli der letzte 2CV in Portugal vom Band.

Anton Wolfpril Entengeschichten, Preis 14,90 Euro, ISBN: 978-3-9821608-0-1