Die Städte Langenfeld und Monheim haben die Menschen gut integriert

Langenfeld/Monheim: Auf 100 Bürger kommt ein Flüchtling

In Langenfeld und auch in Monheim leben jeweils rund 500 Asylbewerber. Nur ein Teil von ihnen ist anerkannt.

Langenfeld erwartet in den kommenden Wochen ungefähr zehn Flüchtlinge, in Monheim weist die Erstaufnahmestelle alle zwei Wochen fünf bis acht Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten kommen, zu. Das sind deutlich weniger als 2015/16. Damals gerieten die Städte an ihre Schmerzgrenze, sie mussten die vielen Menschen in Zelten und Turnhallen unterbringen. Damals waren mehr als 1000 Flüchtlinge in Langenfeld, sagt die  städtische Beigeordnete Marion Prell. Glücklicherweise seien alle drei Turnhallen inzwischen wieder für den Sport frei und die Menschen überwiegend in festen Unterkünften untergebracht. Auch die Leichtbauhallen  seien nahezu abgebaut. Käme eine neue Welle, wäre Langenfeld darauf eingestellt, sagt sie.

In den Flüchtlingsunterkünften an der Albert-Einstein-Straße, am Winkelsweg, an der Theodor-Heuss-Straße, in Alt Langenfeld und an der Haus Gravener Straße leben 499 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. 121 haben die Anerkennung, um in Deutschland bleiben zu können, berichtet Referatsleiter Holger Hammer. 2018 sei es der Stadt gelungen, 174 Menschen in privaten Wohnungen unterzubringen. In Monheim leben ebenfalls rund 500 Flüchtlinge, die meisten davon in den Übergangswohnheimen an der Danziger-, Bregenzer-, Nieder- und Rhenaniastraße. 272 von ihnen sind anerkannt, sagt Dietmar Marx, Leiter der Abteilung Soziales. Die Zahlen haben sich im Vergleich zu 2017 – damals waren es 277 – kaum verändert. Ungefähr 100 Wohnungen hat die Stadt für die Menschen aus Marokko, Albanien und Syrien bei der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) oder bei privaten Anbietern gemietet. „Syrer sind inzwischen nicht mehr die größte Gruppe.“ Abdul Mohamad Ali (35), seine Frau Mariam (33) und die drei Kinder kamen 2015 aus Aleppo an den Rhein. Seit kurzem lebt die Familie in einer eigenen Wohnung im Berliner Viertel. „Zuerst war es sehr schwer. Alles war neu für mich“, sagt der Syrer, der inzwischen gut Deutsch spricht. Die Bürokratie und das Erlernen der neuen Sprache haben ihn vor große Herausforderungen gestellt. Hilfe beim Ausfüllen der Formulare bekam er von Frank Nickel (SKFM). Ein dicker Aktenordner zeugt vom Schriftwechsel mit den Behörden, den er alleine nie hätte meistern können. Doch jetzt blickt er optimistisch in die Zukunft. Er möchte gerne bald wieder als Betonbauer arbeiten – das hat er in Syrien schon getan. Und sein ältester Sohn (11) besucht das Gymnasium. Darauf ist der Vater sehr stolz. Um die Flüchtlinge zu integrieren, finanziert die Stadt Monheim seit 1. Januar 2019 3,5 Stellen beim SKFM und 3,5 Stellen im Beratungscentrum. Letzteres bemüht sich neben der psychosozialen Hilfe auch darum, die Menschen in Ausbildung zu bringen. In 25 Fällen sei das bisher gelungen, sagt der stellvertretende Leiter Markus Miller. Viele hätten keine Arbeitserlaubnis, weil sie in Deutschland nur geduldet seien. Ängste in der Langenfelder Bevölkerung sind inzwischen kaum noch zu spüren. „Es gibt nahezu keine Beschwerden aus dem Umfeld der Unterkünfte“, sagt Marion Prell.