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Analyse: Die Stadtbibliothek ist auf der Höhe der Zeit

Analyse : Die Stadtbibliothek ist auf der Höhe der Zeit

Die städtische Bücherei in Langenfeld erweitert stetig ihr Angebot - und stellt sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Knapp 44 000 Bücher sind im Bestand. Ergänzt wird das Angebot durch CDs, DVDs, Videospiele und Kunstwerke.

Das Kerngeschäft, meint Beate Steffen, hat sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert. Seit 1982 arbeitet die Diplom-Bibliothekarin in der Stadtbibliothek. Als sie angefangen hat, war noch das Freiherr-vom-Stein-Haus ihr Arbeitsplatz. Anfang der 1990er Jahre folgte der Umzug in den Anbau der Stadthalle, wo die Ausleihstelle für Medien aller Art bis heute heimisch ist. "Der Großteil unserer Arbeit ist nach wie vor der Verleih von Büchern", sagt die 54-Jährige, "aber im Laufe der Jahre sind viele weitere Aufgaben hinzu gekommen."

Die blanken Zahlen der Bibliothek sehen beeindruckend aus: Knapp 44 000 Bücher sind im Bestand. Ergänzt wird das Angebot durch CDs, DVDs und Videospiele. Insgesamt elf Personen arbeiten auf neun Stellen. An rund 230 Tagen im Jahr hat die Bücherei geöffnet. Knapp 5000 Besucher kamen allein 2013 zu Lesungen mit Autoren, Vorlesestunden für Kinder oder Recherchetrainings für Schüler der gymnasialen Oberstufen in der Stadt. "Wir organisieren viele Veranstaltungen im Jahr", sagt Steffen. Im vergangenen Jahr seien es rund 300 gewesen.

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Das ist auch der Grund dafür, warum die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr ein elektronisches Ausleihverfahren eingeführt hat, mit dessen Hilfe Nutzer ihre Bücher und andere Medien einfach zurückgeben können. Eine radiowellengestützte Technik sorgt für die reibungslose Erfassung auf einem kleinen Fließband. "Dadurch sind neue Kapazitäten für unser Personal frei geworden, die für andere Dinge genutzt werden können", meint Mitarbeiterin Ewa Salamon. Sie ist unter anderem für die Planung der Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zuständig. "Die Entlastung der Mitarbeiter in anderen Bereichen ist notwendig, wenn wir Angebote weiter ausbauen wollen."

Vor einigen Jahren hieß es noch, dass Bibliotheken ein Auslaufmodell seien. Die rasante Entwicklung der neuen Medien ließ gedruckte Bücher zumindest leicht angestaubt aussehen. Das gedruckte Wort wich zunehmend dem digitalen. Es ist ein Trend, der sich bis heute fortsetzt. Die Zeichen der Zeit hat auch das Team um Bibliotheksleiterin Martina Seuser erkannt. Längst gibt es mit der "Bibnet-Onleihe" eine Ausleihe über das Internet, an dem sich viele andere Büchereien im Kreis Mettmann beteiligen.

Rund 19 000 Medien, darunter unter anderem Hörbücher, Filme und Musik, sind in der Datenbank. Rund 2700 der Lizenzen gehören zum Bestand der Stadtbücherei Langenfeld. Inzwischen gibt es dabei auch ein Portal für die tagesaktuellen Publikationen der Presse. Zudem sei das Online-Angebot der öffentlichen Bibliotheken ideal für Recherchen aller Art, meint Salamon.

Das gilt auch für die Munzinger- Datenbank, die für jeden, der einen Büchereiausweis hat, nutzbar ist. Dabei handelt es sich um ein digitales Archiv mit Biographien, Länderprofile, Sport, Filmkritiken und Informationen über die Literatur der Gegenwart. "Das ist vor allem für zuverlässige und seriöse Informationen jenseits von Google und Wikipedia gedacht", sagt Steffen. "Gerade für Schüler und Studenten, die für Referate oder Seminararbeiten recherchieren, ist das sehr attraktiv." Über die Artothek können Kunstwerke von bekannten und unbekannten Künstlern ausgeliehen werden, um für einige Wochen oder Monate Wände zu verzieren. Um ihren Job macht sich Steffen nach eigenem Bekunden keine Sorgen: "Es wird auch noch in 20 Jahren Bibliotheken geben - auch mit Büchern. Aber es ist auch klar, dass die Medien im Wandel sind und wir uns dem mit unserem Angebot anpassen."

(dora)