Monheim: Die Pfanne der Aufbaujahre

Monheim: Die Pfanne der Aufbaujahre

Vor genau 50 Jahren nahm der Dachhersteller Braas GmbH & Co KG an der Grenze zwischen Monheim und Baumberg seinen Betrieb auf. Heute gehört das Werk zur weltweit tätigen Unternehmensgruppe Lafarge.

Vor genau 50 Jahren nahm der Dachhersteller Braas GmbH & Co KG an der Grenze zwischen Monheim und Baumberg seinen Betrieb auf. Heute gehört das Werk zur weltweit tätigen Unternehmensgruppe Lafarge.

Ein gleichmäßiges Rattern ist zu hören, und ein Zischen. Ein Transportband zieht Dachpfannen durch eine Spritzanlage, die dem Betonstein eine rote Farbe verpasst. Ein beheiztes Messer schneidet die Dachpfannen auf ein vorgegebenes Maß. Alles geht sehr schnell. Schon landen die Teile in einem Regal und werden von einem Gabelstablerfahrer in die Trockenkammer verfrachtet, wo die künftigen Dachpfannen in sieben Tagen bei 60 Grad aushärten. Sonst ist kaum ein Laut aus der Fabrik zu hören. Nach einer Woche landet die Produktion auf Paletten zum Abtransport zu den Baustellen im Hof des Dachsteinwerks Monheim, das morgen mit geladenen Gästen sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Firmengründer Rudolf H. Braas

Im Sommer 1956 nahm die damalige Braas GmbH & Co KG an der Grenze zwischen Monheim und Baumberg ihren Betrieb auf. Der wirtschaftliche Aufschwung und besonders der Bauboom verlangte nach Dachsteinen. Drei Jahre zuvor, im August 1953 hatte Firmengründer Rudolf H. Braas eine einfache wie gleichsam geniale Geschäftsidee, die sich an den Bedürfnissen der Zeit orientierte: Er setzte ein Verfahren zur maschinellen Produktion von Dachpfannen aus Beton erstmals in Deutschland ein und reagierte damit auf die große Nachfrage. Insbesondere der Dachstein „Frankfurter Pfanne“ wird in der jungen Bundesrepublik zu einem Synonym für Dachbaustoffen und Wiederaufbau.

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Ein Grund mit, dass das Unternehmen in Monheim siedelte, ist der im Überfluss zu findende Rheinkies ohne Fremdstoffe. Bereits 1989 setzte Braas in Monheim rund 70 Millionen Mark um; zwei Drittel davon im traditionellen Dachsteinbereich. Gunnar Meister, als Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing zuständig, nennt die heutigen Zahlen: „Im weltweiten Bedachungsgeschäft werden 1,5 Milliarden Euro umgesetzt.“ Als Renner in Deutschland bezeichnete Meister die so genannte Star-Technologie. „Eine Dachpfanne, die nach diesem innovativen Verfahren gefertigt wurde, zeichnet sich durch eine Schmutz abweisende Hightech-Oberfläche aus.“ Auch die millionenfach vertriebene Frankfurter Pfanne gibt es in dieser Machart.

Star aus zwei Schichten

Nach Angaben von Lafarge-Pressesprecherin Dr. Gabriele Krüner ist das Produkt „Star“ aus zwei Schichten gefertigt: einem tragfähigen Grundkörper und darauf einer Feinmörtelschicht. „Diese ist sehr glatt, und durch jedem Regenschauer wird der Schmutz weitgehend abgespült.“ In Monheim werden Krüner zufolge jährlich 42 bis 44 Millionen Dachsteine gefertigt. Auf ein durchschnittliches Dach passen zwischen 1600 bis 1800 Ziegel. So lassen sich mit der Monheimer Jahresproduktion bis zu 27 500 Dächer eindecken.

(RP)
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