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Die Natur in Baumberg erwacht

Biologische Station : Die Aue leuchtet in Pastellfarben

Der Frühling zaubert Gelb-, Rosa- und zarte Violett-Töne in die Natur. Ein Spaziergang am Rhein in Baumberg lohnt sich jetzt ganz besonders.

Hell und zart sind die Farben, die der Frühling in die Natur zaubert. So wie der rosafarbene Schleier, den das Wiesen-Schaumkraut auf die hellgrünen, frischen Weiden in der Baumberger Aue gelegt hat. Dass die Pflanze dort so gut gedeiht, zeige, die Böden „sind nicht überdüngt“, sagt Elke Löpke, Geschäftsführerin der Biologischen Station Haus Bürgel.

Deshalb sind die Wiesen dort artenreich und die blühenden Pflanzen bieten zahlreichen Insekten und Schmetterlingen Nahrung. Der kleine, schwarz-weiße Aurora-Falter mit einem orangefarbenen Fleck auf den Flügeln setzt sich bei der Nahrungssuche mit Vorliebe auf das Wiesen-Schaumkraut. „Schmetterling und Blume sind auf einander angewiesen, bilden eine Lebensgemeinschaft“, berichtet die Biologin.

Rosafarben schimmert das Wiesenschaumkraut auf den Weiden in der Baumberger Aue. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Für Spaziergänger, die an den Ostertagen nach draußen wollen, lohnt sich ein Gang durch die Enge Gasse zwischen Baumberg und Urdenbach. Entlang des holprigen Feldweges blühen die zahlreichen Birnbäume rechts und links des Weges in einem strahlenden Weiß. Der leichte Frost Ende März habe ihnen nicht geschadet, sagt sie. Empfindlicher sind hingegen die Blüten der Schlehen. Schon drei bis vier Grad Minus könne die Frucht durchaus beeinträchtigen, sagt Elke Löpke.

Unter den Bäumen, dort wo das Hochwasser länger gestanden hat, sprießen die Frühlingsblumen besonders üppig. Der Uferschlamm, den der Fluss hinterlassen habe, wirke wie Dünger. Winzig sind die zart-violetten Blüten des persischen Ehrenpreises neben roter Taubnessel, leuchtend gelbem Löwenzahn, Sumpfdotterblumen und Gänseblümchen. „Man muss schon genau hingucken“, weiß die Biologin.

Hummeln und Wildbienen haben die Blüten bereits entdeckt und sammeln auf der Blumenwiese eifrig Nektar und Pollen. Schon zu sehen sind dazwischen auch die dunkelgrünen Blätter der Herbstzeitlosen. Später im Jahr blühen sie „rosafarben wie ein Krokus“. Wer weiter bis zum Auwald geht, entdeckt dort blaue Veilchen, die überall den Waldboden bedecken.

Neben dem Scharbockskraut am Wegesrand recken auch „Gartenflüchtlinge“ wie Narzissen ihre Köpfe der Sonne entgegen. Leider komme es immer wieder vor, dass Menschen Gartenabfälle und Blumenzwiebeln einfach in der Natur entsorgten, bedauert die Biologin.

Die Pappeln hängen voll mit grünen Misteln. Winterharte Halbschmarotzer mit ledrigen Blättern, die jetzt gerade weiße Blüten bilden. Ihre Früchte sind bei Sing- und Misteldrosseln begehrt. Sie picken die Früchte ab, scheiden die Kerne, die oft in der borkigen Rinde hängen bleiben und keimen, meistens noch auf dem Ast aus. Versorgt werden die zunächst von Feuchtigkeit und Regen, später klinken sich die Pflänzchen in die Wasserleitung des Baumes ein.

Reinweiß sind die Eier des Steinkauzes. Die kleinen Eulen brüten im Frühling in der Baumberger Aue in röhrenförmigen Höhlen der Äste. Ihre Rufe sind insbesondere bei Spaziergängen in den Abendstunden zu hören. Auch der Zaunkönig hat schon mit dem Nestbau begonnen. Die kugeligen Behausungen werden mit Moos flauschig weich ausgepolstert. Die winzigen braunen Männchen mit ihren kurzen Flügeln bauen gleich mehrere davon im Gebüsch und begatten oft nicht nur ein Weibchen. Die legen ihre weißen Eier mit rot-braunen Sprenkeln hinein – das Männchen kümmert sich aber anschließend nicht mehr um alle seine Nester, berichtet die Geschäftsführerin der Biologischen Station. Das neun Gramm leichte Vögelchen schmettert lieber seine Triller in den Frühlingshimmel und sitzt manchmal sogar auf dem Gartenzaun.