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Die Flüchtlingskrise in Langenfeld und Monheim

Krisen und Katastrophen ... und was daraus wurde : „Der Staat darf nie wieder die Kontrolle verlieren“

Die Langenfelder Beigeordnete Marion Prell hat während der Flüchtlingskrise 2015 früh Kapazitäten ausgeweitet. Neben Zelten gab es außerdem Unterkünfte in städtischen Turnhallen.

Die Stadt Langenfeld hat auf die Flüchtlingskrise seit 2015 mit dem Bau von Unterkünften und Leichtbauhallen reagiert, aber auch Platz in Turnhallen bereitgestellt. Inzwischen sind die Zahlen der Bewohner in den Unterkünften um die Hälfte zurückgegangen. Einige Häuser wurden bereits wieder geschlossen. 438 Menschen leben noch in Flüchtlingsunterkünften. Die meisten kommen aus dem Irak, Afghanistan, Syrien und Nigeria. Bei vielen läuft das Anerkennungsverfahren noch, andere werden geduldet, berichtet die Stadt. Manche wohnten Jahre in solch einer Unterkunft, bevor sie eine Wohnung finden.  Die Verfahren beim Kreisausländeramt in Mettmann oder beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge könnten sich ziehen. Die Städte hätten keinen Einfluss darauf.

119 Personen haben da Asylverfahren durchlaufen und sind geduldet. Bei 242 Menschen läuft das Verfahren noch. 77 sind anerkannt.  Sie warten nun auf eine Wohnung. Von Januar bis September 2019  konnten insgesamt 61 Personen mit Unterstützung des Integrationsbüros in 23 eigene Wohnungen vermittelt werden. Die Aufregung um Flüchtlingswellen, die unsere Städte in der Vergangenheit teilweise überforderten, hat sich gelegt. Die Zahl der Flüchtlinge, die jetzt noch in Langenfeld ankommen, sei sehr gering, hatte Holger Hammer, Referatsleiter Soziales bei der Stadt kürzlich festgestellt.

Auch wenn das Thema in der Öffentlichkeit inzwischen nicht mehr so präsent ist, bleibt die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung stabil. Rund 150 Helfer kümmerten sich um einzelne Migranten oder Familien. Die Ehrenamtlichen sind während der Corona-Krise unter anderen Vorzeichen im Einsatz, berichtet Holger Hammer.  Das Betreten der Unterkünfte ist für sie momentan nicht möglich. Persönliche Kontakte sind deshalb eingeschränkt. Jedoch werde über Handy und  Computer der Kontakt gehalten. Ebenso ruhten die Projekte, welche in den Unterkünften durchgeführt werden. Generell bestünden sie aber weiter und sollten schnellstmöglich fortgeführt werden, sagt Hammer.

Offizieller Ansprechpartner für die Stadt ist zwar der Verein Flüchtlingshilfe, jedoch könnten sich Interessierte auch direkt im Rathaus melden. Voraussetzung seien ein polizeiliches Führungszeugnis und das Bekenntnis zum Grundgesetz, so Hammer. Flüchtlingshelfer, die in die Unterkünfte gehen, erhalten einen Ausweis. In Langenfeld sind außerdem drei „Kümmerer“ im Einsatz. Sie sind Ansprechpartner in den Gebäuden am Winkelsweg, an der Theodor-Heuss-Straße und Alt-Langenfeld sowie in den vier Gebäuden an der Albert-Einstein-Straße. Die drei Vollzeitstellen wurden zu Beginn des Jahres 2019 auf zwei Jahre befristet eingerichtet.

Auch die Situation in Monheim hat sich  spürbar entspannt. In den Unterkünften lebten nur noch wenige Flüchtlinge, nämlich 96 Personen an der Niederstraße und in den Häusern an der Bregenzer Straße, berichtet Christiane Schärfke, Bereichsleiterin Ordnung und Soziales.  Der überwiegende Teil, nämlich 540 Personen,   sei in Wohnungen untergebracht. 230 von ihnen haben die Wohnung selbst angemietet. Die Bemühungen der Stadt, die Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan direkt von Anfang an möglichst schnell in eigenen Wohnungen unterzubringen haben gefruchtet. 636 Personen mit Fluchthintergrund lebten derzeit in Monheim.  565 der Flüchtlinge seien inzwischen anerkannt. Bei 97 laufe das Verfahren noch.  Sollten noch weitere Flüchtlingswellen auf die Stadt zukommen, sei Monheim durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre gerüstet. Auch in Monheim sei die Unterstützung aus der Bevölkerung immer noch groß. Um die Flüchtlinge zu integrieren, finanziert die Stadt Monheim seit Januar 2019 3,5 Stellen beim SKFM und 3,5 Stellen im Beratungscentrum. Letzteres bemüht sich neben der psychosozialen Hilfe auch darum, die Menschen in Ausbildung zu bringen. „Derzeit werden Gespräche mit den Trägern geführt, in welchem Umfang künftig eine Betreuung erforderlich sein wird“, berichtet Schärfke.