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Langenfeld: Die ersten Langenfelder Baumgräber sind belegt

Langenfeld : Die ersten Langenfelder Baumgräber sind belegt

Seit Anfang des Jahres sind auf dem städtischen Waldfriedhof Bestattungen unter sieben eigens gepflanzten Hainbuchen möglich.

Erst seit Anfang dieses Jahres sind auf dem städtischen Waldfriedhof Baumbestattungen möglich. Und dieses neue Angebot scheint sehr gefragt zu sein: Bereits sechs Menschen haben unter eigens gepflanzten Hainbuchen ihre letzte Ruhestätte, sagt Heidemarie Lehnert aus der Friedhofsverwaltung. Blumenschmuck gibt es dort nicht.

"Es zeigt sich, dass immer mehr Menschen pflegeleichte Grabstätten bevorzugen. Viele entscheiden sich noch selber zu Lebzeiten für solch eine Bestattungsart, die Hinterbliebenen möglichst wenig Kosten und Aufwand aufbürden soll." 1245 Euro beträgt die Gebühr für 25 Jahre.

Die Asche der Toten wird jeweils in einer kompostierbaren Kapsel ohne Schmuck- oder Überurne beigesetzt. Nach dem Ratsbeschluss war zwar ursprünglich beabsichtigt gewesen, auf dem Waldfriedhof bereits vorhandene Bäume von stattlicher Größe für die neue Bestattungsart zu nutzen. "Aber das gestaltete sich schwierig, weil die Baumgräber dann über den ganzen Friedhof verstreut gewesen wären und weil zum Teil auch das Wurzelwerk nicht so schön war", meint Lehnerts Kollege Ludger Vox. Deshalb hatte sich die Verwaltung dazu entschieden, für den Beginn ein nicht mehr belegtes Grabfeld mit zunächst sieben Hainbuchen aufzuforsten. Um jede der etwa drei Meter hohen Hainbuchen gruppieren sich bis zu acht Baumgräber.

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Die Namen und Lebensdaten der Toten können die Hinterbliebenen auf einer etwa 30 mal 40 Zentimeter großen Platte verewigen, die dann bündig in den mit Rasen bewachsenen Boden eingelassen wird. "Bei den bisherigen sechs Baumgräbern wollte niemand solch eine Platte haben. Als Ort des Trauerns reicht es den Hinterbliebenen offensichtlich, die Stelle unter einem von ihnen frei wählbaren Baum zu wissen, ohne sie durch die Namensplatte kenntlich zu machen."

Stefanie Stöcker vom Langenfelder Bestattungsunternehmen Fürtsch ist froh, dass es nunmehr innerhalb der Stadtgrenzen Baumgräber gibt. "Wir hören den Wunsch danach seit einigen Jahren immer häufiger und konnten ihn bisher nur auf auswärtigen Friedhöfen erfüllen; etwa in Hilden, Solingen oder im Ruheforst in der Eifel. Ein Baum ist eben eine schöne Grabstelle." Auch die Firma Fürtsch bestätigt den Trend zu möglichst pflegefreien Ruhestätten. "Familien sind heutzutage nun mal aus beruflichen Gründen häufig über das ganze Land verteilt. Ein fester Platz zum Trauern ist ihnen zwar wichtig, aber der Aufwand und die Kosten für ein schönes Erscheinungsbild sollen nicht zu hoch sein."

Aus diesem Grund gibt es seit dem Jahresbeginn auf dem Waldfriedhof ein weiteres Novum: pflegefreie Urnenreihengräber, bei denen ebenfalls Namensplatten in den Boden eingelassen werden. "Bislang ist erst eines davon belegt", sagt Heidemarie Lehnert. 1230 Euro betrage die Gebühr für 25 Jahre; anders als bei den Baumgräbern sei eine Verlängerung danach nicht möglich. Pflegefrei ist auch das neue Kolumbarium auf dem städtischen Friedhof. In allen drei Angeboten sieht Lehnert den Grund dafür, dass die mit Rasen versehene Fläche für anonyme Beisetzungen mittlerweile weniger gefragt zu sein scheint.

(RP/ac/ila)