Die Büchereien in Langenfeld und Monheim können bei Sonntagsöffnung mehr Publikum anziehen

Langenfeld/Monheim : Bibliotheken möchten sonntags öffnen

In den städtischen Büchereien gibt es Ideen für die Umsetzung einer Sonntagsöffnung. Bei der anstehenden Renovierung werden in Langenfeld Voraussetzungen geschaffen.

Die Monheimer Bibliothek entwickelt sich immer mehr zum Wohnzimmer der Stadt: Besucher können es sich in der gemütlichen Leseecke oder auf den mit farbigem Stoff bezogenen Sesseln im Foyer bequem machen. Da passt auch die Diskussion um eine Sonntagsöffnung gut ins neue Konzept. Der scheidende Bibliotheksleiter Martin Führer sagt: „Ich bin sehr dafür.“ Er spricht sich für „familienfreundliche Öffnungszeiten“ und damit auch für eine stundenweise Öffnung an Sonntagen aus. Es müsse aber überlegt werden, ob die Bibliothek an der Tempelhofer Straße 13 nur ihre Pforten für die Ausleihe öffne oder, ob man dann auch eine Beratung anbiete.

CDU und FDP haben jetzt im NRW-Landtag einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der vorsieht, dass Büchereien mit Kultureinrichtungen wie dem Theater, der Oper oder Museen gleichgestellt werden. Damit dürften sie – anders als bisher – auch sonntags öffnen. Vertreter aller Parteien signalisierten Zustimmung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hingegen lehnt die Pläne ab, Auch die Kirchen sehen das Vorhaben kritisch.

„Wir sind grundsätzlich dabei, die Öffnungszeiten zu überdenken“, erklärt Führer weiter. Eine Sonntagsöffnung könnte dabei helfen, die Einrichtung attraktiver zu machen. Unübliche Öffnungszeiten seien „charmant“, erlebt er. In den Osterferien etwa ist an vier Terminen eine „Lange Nacht des Lernens“ für Abiturienten, die sich auf die Klausuren und mündlichen Prüfungen vorbereiten. Letztmals bietet am heutigen Donnerstag die Bibliothek von 18 bis 20 Uhr Unterstützung und Snacks für die Schüler an. „Der erste Termin ist sehr gut angenommen worden“, berichtet Führer.

Martina Seuser, Leiterin der Stadtbibliothek in Langenfeld, ist für eine Öffnung am Sonntag ebenfalls aufgeschlossen. „Das passt in unser Konzept.“ Der politische Vorstoß sei wichtig gewesen. „Jetzt dürfen wir öffnen.“ Die Umsetzung müsse jedoch langfristig angelegt sein und gut vorbereitet werden. „Vor 2021 wird nichts passieren.“ Im Zuge des bald anstehenden Umbaus und der Renovierung sollen  die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Besucher die Räume individuell nutzen können. Dann bestehe aber weder die Möglichkeit, Medien auszuleihen noch stünden Mitarbeiter bei Fragen zur Verfügung. Der Einlass könne über eine Chipkarte mit Passwort erfolgen. So ließe sich auch jeder einzelne Besucher über die Karte identifizieren. Zudem könnten bei Bedarf in dieser Zeit Video-Kameras für die Überwachung eingeschaltet werden. Auch Lehrer könnten die Bibliothek beispielsweise am geschlossenen Montag mit ihren Klassen besuchen und dort arbeiten. „In diesem Fall hat der Pädagoge die Aufsichtspflicht.“ Eine andere denkbare Variante sei die Besucher-Betreuung durch Ehrenamtliche, die dafür stundenweise in die Bücherei kommen, sagt Seuser.

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