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Monheim: Deutsch für den Elternabend

Monheim : Deutsch für den Elternabend

"Frau lernt Deutsch" heißt das mit dem Integrationspreis ausgezeichnete Projekt, bei dem Mütter mit Migrationshintergrund ihre Sprachkenntnisse verbessern. Unterrichtet wird an zwei Grundschulen.

Die Kinder der Schule am Lerchenweg spielen auf dem Pausenhof. Das vergnügte Schreien und Lachen der Grundschüler ist auch in der Bibliothek im Erdgeschoss hörbar. Hier sitzen erwachsene Frauen verschiedenen Alters vor ihren Büchern und lernen. Sie sprechen in gemütlicher Runde über Artikel, Zeitformen und Grammatik. Dann machen sie sich an die Arbeit und lösen einige Textaufgaben. Als Lernmittel dienen die gleichen bunten Hefte, die auch ihre Kinder im Unterricht nutzen.

In dem mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichneten Kursus "Frau lernt Deutsch!" verbessern Mütter mit Migrationshintergrund ihre Deutschkenntnisse. Das Bildungsniveau ist unterschiedlich und reicht von der Analphabetin bis zur Hochschulabsolventin. "Die Idee für dieses Projekt ist im Eltern-Café entstanden", erzählt Iris Schultz-Lünser, die seit 2009 einen der Frauensprachkurse leitet. "Viele Mütter haben den Wunsch geäußert, Deutsch zu lernen – vor allem, um sich im Alltag besser verständigen zu können."

Zwei Schwierigkeitsgrade

  • Deutsch-Café in Meerbusch : Mütter lernen mit ihren Kindern
  • Kleve : Mütter lernen spielerisch Deutsch
  • Xanten : Sprachkurse für junge Mütter sollen Integration verbessern

Derzeit nehmen rund 20 Frauen aus verschiedenen Nationen das Angebot wahr. Der Kursus ist in zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt. Anfänger und Fortgeschrittene werden getrennt an der Schule am Lerchenweg und der Hermann-Gmeiner-Grundschule unterrichtet, die beide in das Projekt "Monheim für Kinder" (Moki) eingebettet sind. Ein Großteil der erwachsenen Schülerinnen kommt aus der Türkei, dem arabischen Raum und Osteuropa. Nach 20 Einheiten mit je 90 Minuten gibt es ein Zertifikat, das die Teilnahme bestätigt.

"Die Frauen haben teilweise sehr unterschiedliche Voraussetzungen", sagt Günay Akkas, die ebenfalls unterrichtet. "Aber das gute daran ist, dass sie sich gegenseitig beim Lernen helfen können. Außerdem legen wir großen Wert auf eine individuelle Förderung." Der Unterricht findet in geselliger Runde statt. Es gibt Kaffee, Kuchen und genügend Raum für Gespräche. Dabei lernen die Teilnehmerinnen nicht nur Schreiben und Lesen, sondern auch Sprechen. Eine von ihnen ist Souad Mellouke. Die vierfache Mutter und Hausfrau kann nach eigener Aussage Deutsch "relativ gut" lesen und schreiben. "Aber das Sprechen macht mir Probleme", meint die gebürtige Algerierin. "Meine Muttersprache ist Arabisch. Das ist etwas ganz anderes als Deutsch. Besonders die Artikel finde ich verwirrend." Melek Kilincarslan (29) nimmt bereits seit knapp einem Jahr an dem Kursus an der Hermann-Gmeiner-Schule teil, der von Farida Charif geleitet wird. "Vorher habe ich kaum Deutsch gesprochen", erinnert sich die Monheimerin und lächelt verlegen. "Inzwischen habe ich vieles gelernt. Ich habe angefangen, damit ich im Alltag zum Beispiel bei Arztbesuchen, Elternabenden oder beim Einkaufen mitreden kann, wenn ich es will."

Das ist bei den meisten Frauen die Motivation. Einige wollen ihren Kindern besser bei den Hausaufgaben helfen, andere möchten ihren Computer besser nutzen können und in Deutschland insgesamt besser zurecht kommen. Das Angebot ist niederschwellig angelegt. "Natürlich ist es wichtig, dass sich die Teilnehmerinnen bei uns wohl fühlen", sagt Akkas. "Ein Aspekt ist auch, dass sie mit anderen Frauen in Kontakt kommen und gemeinsam Spaß am Lernen haben."

Mehr unter www.rp-online.de/langenfeld

(dora)