Interview: Bernhard Weik: "Der sportliche Ehrgeiz kennt keine Behinderung"

Interview: Bernhard Weik : "Der sportliche Ehrgeiz kennt keine Behinderung"

Der cSc - capp Sport cup - , der am Sonntag beginnt, ist nicht Ihr einziges Arbeitsfeld. Sie werden als Motor eines ganzen Bündels von Aktivitäten Ihrer Stiftung angesehen. Was war das Erfreulichste im vergangenen Jahr?

Der cSc - capp Sport cup - , der am Sonntag beginnt, ist nicht Ihr einziges Arbeitsfeld. Sie werden als Motor eines ganzen Bündels von Aktivitäten Ihrer Stiftung angesehen. Was war das Erfreulichste im vergangenen Jahr?

weik Ich bin immer wieder überrascht, dass sich zu jedem Bedarfsfall ein neues Team-Mitglied zur rechten Zeit gemeldet hat. Hans Jürgen Mey ist die perfekte Ergänzung zur Gestaltung unserer Internetseite. Aggi Wiggers hat den Sponsorenlauf an den LVR-Schulen ins Leben gerufen; als sie in Rente ging, kam sie in unser cSc-Team. Monika Spielmann hilft ehrenamtlich im Büro, seit ich privat zeitlich eingeschränkt bin. Ein kluger Mann hat mir den Satz "Das ist kein Zufall, das ist Vorsehung" in den Mund gelegt. Das ist so zutreffend.

Was macht den cSc so anziehend, dass die Teilnehmer gerne wiederkommen?

weik Was einen cSc von anderen Sportfesten unterscheidet, kann man kaum in Worte fassen. Andrea Ballentin beschreibt dies so: "Es ist die Atmosphäre, das Familiäre, die Freundlichkeit, die Offenheit, die Gemütlichkeit - einfach das Gefühl, welches sich bei jedem einstellt, der anwesend ist - egal ob als aktiver Sportler oder als Beifall spendender Besucher." Worte sind hier ähnlich wenig aussagekräftig, als versuche man, das Gefühl "Liebe" zu beschreiben.

Was wünschen Sie sich für den 14. cSc am 7. September?

weik Wir hatten bisher schönes Wetter. Ich hoffe, dass diese Serie anhält. Die Sportler fragten schon im Januar "Wann können wir uns denn anmelden?" Das heißt, die Sportler aus Belgien, den Niederlanden, aus Berlin, Essen oder der Lebenshilfe im Kreis Mettmann kommen bei jedem Wetter. Bisher fuhren viele mit einem Sonnenbrand nach Hause. So wünsche ich es mir dieses Jahr wieder.

Der "ganz normale Tag" ist mittlerweile ein Selbstläufer, die Sensibilisierung von Grundschülern für Menschen mit einem Handicap sind weit über Langenfelds Grenzen gefragt. Wie sehen Sie die Zukunft dieser Aktion?

weik Es ist die beste Idee, die in der Stiftung geboren wurde. Das Team hat diese Idee zur vollkommenen Reife ausgebaut. Elmar Widera hat dies in eine schriftliche Form gebracht, die den Rektoren zeigt, welche Wege die Inklusion gehen kann. Dieses Jahr stehen schon acht Schulen im Kalender. Die GGS Radenberg Wuppertal macht im April den Anfang. Die Langenfelder sind mit vier Schulen vertreten. Zum Abschluss kommen GGS Herder Leverkusen und die Grundschule Wilhelm Busch aus Hilden.

LVR-Schulen veranstalten seit Jahren Sponsorenläufe. Was zeichnet sie aus?

weik Dass die Lehrer die Leistung ihrer Schüler unterschätzen. Das wird für die Sponsoren echt teuer. Der Ehrgeiz kennt keine Behinderung. Das beste Beispiel war die kleine Emilie im Rollstuhl in Rösrath. Nach drei Runden hatte sie Durst. Die Lehrerin sagte, wenn du jetzt die Bahn verlässt, bekommst du keine Stempel mehr. Emilie überlegte, dann sagte sie: "Ich will aber lieber Stempel."

JÜRGEN STEINBRÜCKER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)