Langenfeld: Der Schulweg und das Problem Auto

Langenfeld : Der Schulweg und das Problem Auto

Die Geografie-Studentin Marie Lisa Schumacher hat für ihre Abschlussarbeit untersucht, wie Kinder zur Schule kommen und warum. Das Ergebnis ist ernüchternd, aber zumindest langfristig gibt es Hoffnung.

Deutlicher als in den beiden Bildern lässt es sich nicht sagen. Zwei Grundschülerinnen haben ihren täglichen Weg gemalt. Eine Neunjährige, die mit dem Auto gebracht wird, zeichnet ihr Zuhause und die Schule sowie einen Strich als Weg dazwischen.

So hat eine Neunjährige, die mit dem Auto zur Schule gebracht wird, den Weg dorthin gezeichnet. Zu sehen sind nur der Anfang und das Ziel. Foto: Stadt Düsseldorf

Eine Zehnjährige, die täglich zu Fuß geht, hat ganz viele Details ausgemacht: Bäume, Straßen, Container, eine Sparkasse, einen Supermarkt.

So detailreich hat eine Zehnjährige, die zu Fuß zur Schule geht, ihren Weg dargestellt. Foto: Amt für Verkehrsmanagement

Die beiden Bilder, die das Amt für Verkehrsmanagement in der Einladung zum Aktionstag "Zu Fuß zur Schule" veröffentlicht hat, zeigen, welchen Unterschied die Wahl des Verkehrsmittels macht. Neben der Frage, wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen, kommen die Themen Umweltschutz, Sicherheit im Straßenverkehr und Entwicklung von Selbstbewusstsein hinzu - das zeigt die Abschlussarbeit, die die Düsseldorfer Geografie-Studentin Marie Lisa Schumacher geschrieben hat.

Für die Arbeit hat Marie Lisa Schumacher ihre Fragestellungen in Zusammenarbeit mit der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Oberkassel untersucht. Die Studentin hat Eltern (siehe Infokasten), Lehrer, Polizisten und Verkehrsexperten befragt und dabei Probleme, Wünsche und Lösungen ermittelt. Die Diagnose: Ein Viertel der Kinder wird mit dem Auto gebracht, meist um kurz vor acht, was zu Staus und versperrten Gehwegen vor der Schule führt. Auf die Frage nach den Gründen geben die Eltern an, dass sie Zeit sparen wollen, dass sie wegen des Wetters gefahren sind und dass sie den Schulweg als zu unsicher empfinden. Daraus ergaben sich auch gleich die Wünsche: mehr Zebrastreifen, mehr Ampeln und ein Ampeltakt, der es den Kindern ermöglicht, "in einem Rutsch" über eine große Straße zu kommen.

Schumachers Gespräche mit der Polizei und den Verkehrsexperten vertieften den Eindruck für die ganze Region: Kinder haben heute oft kein gutes Verständnis für den Verkehr, kein Gefühl, wie schnell oder nah ein Auto ist. In den Fahrradkursen der dritten Klassen seien zudem überraschend viele Kinder, die nicht Radfahren können. Und das obwohl es eine Reihe von Aktionen gibt wie den "Zu Fuß zur Schule"-Tag.

Die Studentin kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass der Weg zu nachhaltiger Mobilität ein langer ist. Die Bereitschaft der Eltern, etwas zu verändern, ist zwar grundsätzlich vorhanden. Da die Wahl des Verkehrsmittels aber wesentlich auf Gefühlen basiere, brauche es einige Zeit, um dies zu verändern.

Zwei Ansätze können dabei helfen: Da ist zum einen der "Walking-Bus". Dabei organisieren sich die Eltern so, dass sie die Kinder an bestimmten "Haltestellen" einsammeln und die Gruppe sicher zu Fuß zur Schule bringen. Zum anderen könne die jeweilige Stadt ein gutes Gefühl schaffen, wenn sie erkennbar mehr fürs Fahrrad tue und den Nahverkehr verbessere.

(hdf)