1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Der Schachclub Monheim-Baumberg hat inzwischen 70 Mitglieder

Monheim : Baumberger Schachjugend räumt ab

Das Jugendkonzept beim SC Monheim-Baumberg trägt offenbar Früchte: Das zeigen gute Ergebnisse – aber auch der Nachwuchs-Zulauf zum Verein.

Voller  Energie stürmen die jungen Gäste in den großen Saal der Monheimer Volkshochschule (VHS). Sie belegen die langgezogenen Tischreihen rasch mit kleinen Holzkisten und aufklappbaren Brettern. Doch schon bald darauf lassen sich die ersten Kinder an ihren Plätzen nieder, sind  jetzt  konzentriert bei der Sache. „Wir machen schon mal ein Spiel“,  ruft ein Junge. Als er eine der Kisten öffnet, kommen Läufer, Bauern und der König zum Vorschein. Auff den Brettern wird Schach gespielt.

„Vor zwei Jahren hatten wir 20 Mitglieder, darunter war ein Jugendlicher“, berichtet Daniel Schalow, erster  Vorsitzender und Jugendkoordinator des Schachclubs Monheim-Baumberg. Der Club zählt aktuell  70 Mitglieder, davon 40 im Bereich U 18. „Das reicht vom Grundschulalter bis in die Oberstufe“, sagt Lehrer Schalow, der am Otto-Hahn-Gymnasium eine Schach-AG aufbaute – und aus dieser wiederum Betreuer für entsprechende AGs an Monheimer Grundschulen rekrutierte. „Das ist für alle eine Win-Win-Situation“, freut er sich.  Und Zählbares sprang ebenfalls heraus: Mit insgesamt sieben Mannschaften – drei Grundschulteams und vier Gruppen des Otto-Hahn-Gymnasiums – stellte Monheim in diesem Frühjahr das größte Aufgebot bei den NRW-Schulmeisterschaften. Für viele Schüler führte der Weg schnurstracks in den Verein: Über die Schule etwa fanden der heutige Kreis-Einzelmeister Tobias (16) und sein ebenfalls erfolgreicher Kollege Eike (15) zum Schachclub. „Mein Vater hat mir die Regeln beigebracht, von meiner Mutter kam wiederum die Idee, in den Verein zu gehen“, berichtet letzterer. Alle vier Erwachsenenmannschaften des SC Monheim-Baumberg haben die Jugend integriert – und alle konnten zuletzt gute Ergebnisse vorweisen: Die erste schaffte den Klassenerhalt in der Verbandsliga, die zweite und dritte stiegen in die nächsthöhere Klasse auf – und auch die neue vierte Mannschaft machte zuletzt durch den Derby-Sieg gegen die vierte Mannschaft der Langenfelder Schachfreunde von sich reden.  Zum Training treffen sich die Kinder und Jugendlichen immer mittwochs ab 18 Uhr im Saal der Monheimer VHS. „Das gestalten wir vielfältig“, betont Daniel Schalow, dessen Söhne ebenfalls Schach spielen. Einmal pro Monat gibt es ein Blitzturnier, in denen jeder der Kontrahenten für alle Züge während der Partie fünf Minuten Zeit hat. Auch Schnellschach über 15 Minuten gehört dazu. Die reine Trainingszeit für die Grundschüler dauere etwa 20 Minuten, erklärt Schalow, während er ein Lehrheft mit der Aufschrift „Springerdiplom“ in den Händen hält. Den Rest der Zeit prägt das freie Spiel, dem die Teilnehmer mit viel Hingabe frönen. Höhepunkte sind natürlich die Turniere: „Diese hohe Intensität muss man erleben“, schwärmt Schalow. Die Schach-AG brachte auch den heute zehnjährige Joshua zum SC und seinen Vater gleich mit. „Ich habe von ihm Schach gelernt“, erzählt er. Schon mit dem Großvater gespielt hat  Nina: „Ich habe immer gegen Opa verloren, deswegen wollte ich das im Verein richtig lernen“, erzählt die Zwölfjährige, die mit einer Mädchenmannschaft an der NRW-Meisterschaft teilnahm. Ihr Opa sei auch heute noch ihr größter Fan, verrät Schalow, fügt aber hinzu: „Beim Schachspielen hat er gegen die Enkelin heute keine Chance mehr.“