Kreis Mettmann: Der mit den Krokodilen schwimmt

Kreis Mettmann : Der mit den Krokodilen schwimmt

Zum ersten Mal abgetaucht ist Michael Vogelsang vor 30 Jahren. Damals noch im Hallenbad, mit eher unspektakulärem Fliesenambiente. Ziemlich bald jedoch sei es um ihn geschehen gewesen. Das Gefühl, plötzlich unter Wasser atmen zu können: Einmalig! Jetzt geht er mit der Kamera unerschrocken auf Foto-Safari.

Hört man dem Hobbytaucher zu, während er von seinen Tauchabenteuern erzählt, so fragt man sich, warum er überhaupt wieder auftaucht. Seekühe in Florida, Riesenhaie in Schottland oder auch einfach nur die durchaus spannende Unterwasserlandschaft der heimischen Baggerseen: Es gibt so einiges, das es einem schwer machen könnte, den Kopf wieder aus dem Wasser zu stecken. Darauf angesprochen, sagt Michael Vogelsang: "Sie werden es nicht glauben, aber mir hat damals schon das Fliesengucken gereicht." Das Gefühl unter Wasser sei einfach wunderbar. Dass man dort plötzlich Zeit habe, ohne vom Luftmangel an die Oberfläche gedrängt zu werden, sei etwas, dass er sehr genießen könne. Dabei stört es ihn noch nicht mal, bei Tauchsafaris noch vor dem Frühstück zum ersten Tauchgang aufzubrechen.

Mittlerweile hat der Mettmanner längst auch seinen Sohn (18) mit dem Tauchvirus infiziert. Erst vor Monaten waren beide gemeinsam in Mexiko, um dort den Spuren der Amerikanischen Salzwasserkrokodile zu folgen. Immer mit im Reisegepäck: Die Nikon D 810-Kamera, eingehüllt in ein druckdichtes Gehäuse. Die Aufnahmen, die Michael Vogelsang damit gemacht hat, sind phänomenal. Auf Tuchfühlung mit den Krokodilen behält er dennoch die Ruhe, um immer wieder auf den Auslöser seiner Kamera zu drücken. Wo andere in Panik schon längst aufgetaucht wären, fängt für ihn das Abenteuer erst so richtig an. Ausgeruht hat er sich nachts in der Fischerhütte, in einer Hängematte. "Es ist nicht unbedingt teuer, in diesen Ländern auf Tauchsafari zu gehen", räumt er mit dem Vorurteil auf, dass ein solcher Urlaub ein Vermögen kosten müsse. Ein Luxus-Hotel wäre ihm wohl auch gar nicht recht gewesen. In der Fischerhütte habe man durch den Boden hindurch aufs Wasser schauen können. Mittlerweile ist es vor allem die Suche nach dem perfekten Schnappschuss, die ihn antreibt, immer wieder abzutauchen.

Zum Tauchen ist Vogelsang übrigens über das Angeln gekommen. Schon als Jugendlicher habe er am Flussufer gesessen - bis ihm irgendwann mal in den Sinn gekommen sei, dass er Fische lebend doch lieber mag als tot am Angelhaken. Danach ging's ziemlich schnell unter Wasser weiter und ja, es sei auch schon mal gefährlich gewesen. Einmal habe ihn ein Stimmritzenkrampf am Atmen gehindert. Kurz vor der Bewusstlosigkeit habe sich der Krampf gelöst - eine Erfahrung, die ihn durchaus beeindruckt hat. "Das Schlimmste, was man dann machen kann, ist schnell aufzutauchen", erzählt er von seinem Gefühl unter Wasser! Das jedoch sei etwas, das man als Taucher wissen müsse: Ein schneller Notaufstieg ist gefährlich. Und übrigens: Einen Tag nach diesem Erlebnis war Michael Vogelsang schon wieder unter Wasser.

Und wenn er nicht gerade für seine Familie und seinen Job wieder auftauchen muss, wird er dort wohl auch demnächst noch viel Zeit verbringen.

(RP)
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