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Baumberg: "Der Jugendklub macht mich glücklich"

Baumberg : "Der Jugendklub macht mich glücklich"

Seit 2011 leitet Ellen Gecht die Einrichtung in Baumberg. "Da sein und mitmachen" lautet ihr Motto.

Für Ellen Gecht war es ein weiter Weg vom Uralgebirge nach Baumberg. Aufgewachsen ist sie in der Stadt Korkino, die von der Größe her in etwa mit Monheim vergleichbar ist. 1995 kam ihre gesamte Familie als "Spätaussiedler" aus Russland nach Deutschland. Damals war sie 16 Jahre alt. "Das war eine schwierige Zeit für mich", erinnert sich die heute 36-Jährige. "Ich musste als Jugendliche meine Freunde und meine Heimat hinter mir lassen - und in einem fremden Land von vorne anfangen."

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich die Mönchengladbacherin für eine Laufbahn in der Kinder- und Jugendarbeit entschieden hat. In Deutschland angekommen, besuchte sie ein Internat, das speziell Jugendliche mit Migrationshintergrund ausbildet und lernte vor allem die Sprache ihres neuen Heimatlandes. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche machte sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und Erzieherin, das ihr gleichzeitig das Fachabitur brachte.

Es folgte ein Studium der Sozialwissenschaften. Nach ihrem Diplom ging sie auf Stellensuche - und wurde in Monheim fündig. Schnell konnte sie die Verantwortlichen des Katholischen Vereins für Soziale Dienste (SKFM) als Träger des Jugendclubs in Baumberg von sich überzeugen. "Das war eine gute Entscheidung", sagt Gecht heute. Ihr Aufgabenbereich ist mannigfaltig. Zum einen koordiniert und organisiert sie die Aktivitäten rund um den Jugendklub. Ferienaktionen, Ausflüge und gemeinsames Kochen stehen dabei unter anderem auf dem Programm. Ein großer Teil der Arbeit besteht auch aus außerschulischer Bildung - vor allem in kreativer Hinsicht. "Wir bieten auch Tanz, Theater oder Basteln an", meint die Diplom-Sozialwissenschaftlerin. Außerdem sei sie auch Ansprechpartner für Sorgen und Nöte der Besucher. Bis zu 35 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 20 Jahren besuchen die Einrichtung an der Humboldtstraße pro Tag. Manche sind auch schon etwas älter. "Die haben alle ihre alltäglichen Probleme", meint Gecht. "Das reicht von Liebeskummer über Probleme in der Schule bis hin zu Stress mit den Eltern." Auch Hilfen und Beratung bei Bewerbungen oder dem Übergang zwischen Schule und Beruf seien Teil ihres Aufgabengebietes. "Ich sehe das allerdings nicht als Arbeit. Für mich ist es fast so, als würde ich mit den Jugendlichen zusammen leben." Immerhin werde in dem Jugendclub auch täglich miteinander gekocht und gegessen und ein Großteil der Freizeit zusammen verbracht. Ihr Motto für den Alltag sei daher "da sein und mitmachen". Dabei wolle sie auch gewisse Werte vermitteln und positiv auf den Nachwuchs einwirken. Die Stelle macht sie nach eigenem Bekunden glücklich. "Für mich ist das eine Berufung", sagt sie.

(dora)