Langenfeld: Der Bücher-Riese ist da

Langenfeld : Der Bücher-Riese ist da

Seit gestern hat die Stadtgalerie einen neuen Mieter: Filialist Thalia macht auf 620 Quadratmetern Lust aufs Schmökern. Die heimischen Händler setzen trotzig auf Kundentreue, Spezialisierung und Beratungs-Service.

„Oh Gott, so viele Menschen!“ Filialleiterin Astrid Schäfermeyer zeigte sich gestern morgen selbst überrascht von dem Andrang auf den neuen Mieter in der Stadtgalerie. Unter der Hauptkuppel bietet die Buchhandlung Thalia auf 620 Quadratmetern Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Papeterie-Ware. In Langenfeld wurde die 146. Filiale in den deutschsprachigen Ländern eröffnet. Zeitgleich ging der Branchenriese in Dessau, Darmstadt, Euskirchen und einer weiteren Niederlassung in Hamburg an den Start.

Die Thalia-Strategie, das Segment zunehmend auf die Mittelstädte auszuweiten, hatte die heimischen Händler schon Monate zuvor in Hab-Acht-Stellung versetzt. Wie Julius von Bukowski hofft auch Hiltrud Markett weiter auf die „Treue der Stammkunden“. Und die Mitarbeiterinnen von Langen bauen darauf, dass der Beratungsservice bei einem Filialisten nicht so ausgeprägt sei wie in Eigentümer-geführten Buchhandlungen.

Immerhin beschäftigt Thalia Langenfeld neun fachkundige Mitarbeiter. Auch Buchhändlerinnen aus Langenfeld haben hier eine neue Stelle gefunden. Ein Grund mehr für Bürgermeister Magnus Staehler, gestern morgen neben Center-Managerin Nadine Plödt zu den ersten Gratulanten zu gehören. Schon zehn Minuten vor Geschäftseröffnung hatten sich die ersten Neugierigen die Nase an der breiten Glasfront platt gedrückt, um einen Blick auf jene Fläche zu werfen, die zuvor eine Spielhalle und „adessa“ beherbergt hatte.

Der in ansprechend hellen Farben und mit übersichtlichen Wegweisern (Romane, Bestseller, Hörbücher, Freizeit, Essen und Genießen, Reise, Biographien, Ratgeber, Religion, Musik etc.) gestaltete Verkaufsraum wartet mit einer bunten Lok und einem gelben Sitzrondell auf, die kleine und große Leseratten zum Schmökern einladen wollen. „Bücher müssen angefasst werden“, ermuntert die Filialleiterin.

Die Themenwelten „Kinder- und Jugendbücher“ sowie „Wissen und Lernen“ bilden denn nicht nur Schwerpunkte im Sortiment, sondern werden durch „Events“ vertieft. Geplant sind bereits ein „Manga“-Malwettbewerb für Jugendliche und eine Schnitzeljagd für Kinder durch die unterschiedlichen Abteilungen. Eltern und Erzieherinnen werden Kinder- und Bilderbuchpräsentationen in Aussicht gestellt. „Leseförderung wird bei uns groß geschrieben“, betont Schäfermeyer.

Bei dem Glücksrad, vor dem die Langenfelder gestern Schlange standen, gab’s indes keine Bücher, sondern Thalia-Werbeartikel zu gewinnen. Und auch eine bereits in der Stadtgalerie ansässige weitere Tochter der Douglas Holding AG, der Süßwaren-Spezialist Hussel, mischt sich unters Thalia-Sortiment – mit „Frustschutzbärchen“, „Prüfungspuffern“ oder „Trostchocolade“. INTERVIEW

(RP)
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