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Monheim/Düsseldorf: Deich am Altrhein wird entlastet

Monheim/Düsseldorf : Deich am Altrhein wird entlastet

In der Urdenbacher Kämpe ist es seit einer Woche alles andere als ruhig. In dem sonst idyllischen Naturschutzgebiet rollen die Bagger und heben Erdreich aus.

An zwei Stellen treiben dort derzeit Mitarbeiter des Bergisch Rheinischen Wasserverbandes Rohrpfähle in den weichen Boden. Sie sollen einmal die Brücken tragen, die über den Urdenbacher Altrhein führen, wenn dieser sich sein Flussbett selbst gesucht hat. Die Rückschlagklappe im Deich zwischen dem Altrhein und dem Garather Mühlenbach wurde dafür bereits entfernt. Bis aber das Wasser ungehindert fließen kann, werden noch einige Monate vergehen.

In der vergangenen Woche haben die Arbeiten am Deich begonnen. Seitdem ist der 2,5 Kilometer lange Wanderweg, der von Piels Loch in Urdenbach nach Hellerhof bis an die Mündung des Garather Mühlenbachs führt, gesperrt.

Spaziergänger, Fahrradfahrer, Wanderer und Jogger können an der Baustelle auf der Urdenbacher Seite des Flusses über eine Holzbrücke auf die andere Seite des Altrheins gelangen und dort ihren Weg in Richtung Hellerhof fortsetzen. In der entgegengesetzten Richtung beginnt der Weg an der Wohnsiedlung westlich des Reiterhofs Gut Hellerhof. Eine detaillierte Karte dazu gibt es auf der Internetseite der Biologischen Station Haus Bürgel unter www.biostation-d-me.de.

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Damit auch ohne die Rückschlagklappe während der Bauarbeiten das Wasser der Urdenbacher Kämpe abfließen kann, bekommt der Deich eine provisorische Öffnung, die nach Abschluss der Bauarbeiten verfüllt werden soll. Zusätzlich wurde der Parallelgraben, der zum Entwässerungssystem bei Hochwasser gehört, bisher auf einer Länge von 350 Meter vertieft. Dadurch wird der Abfluss aus dem Baumberger Tümpel über die neu gebaute Schwelle ermöglicht. Bisher floss das Wasser über den Baumberger Graben ab.

Dieser wird durch Erhöhung des Deichweges, an dem derzeit gearbeitet wird, gezielt unterbrochen. Dadurch wird dieser Teil des Baumberger Grabens künftig zu einem Stillgewässer. "Dort werden sich wahrscheinlich völlig neue Pflanzen entwickeln und neue Tiere ansiedeln", sagt Robert Sturm von der Unteren Landschaftsbehörde. Denn bei der Renaturierung des Altrheins geht es um "die Verbesserung des Lebensraums für geschützte Arten."

Aber auch der Deich und die Wanderwege profitieren, wenn der Altrhein in sein altes Bett zurückfließt. Mehr als 60 Jahre ist der Deich nun alt, häufig steht er in den regenreichen Perioden unter Wasser. Der neue Verlauf wird den Deich entlasten. Der Altrhein werde sich so ausbreiten, dass ein eher sumpfiges Gebiet entsteht. Sturm rechnet damit, dass zunächst im Bereich der Baustellen eine starke Erosion entsteht. "Dazwischen wird es wahrscheinlich sehr still." Dafür werden zusätzlich Sandbänke und Schlamm-Inseln als Hindernisse eingebaut, um die Fließgeschwindigkeit zu verringern.

(RP)