Das Rathauscenter in Monheim wird für 90 Millionen Euro umgebaut

Monheim : Monheim macht das Rathauscenter fit

Die Peto-Mehrheit im Stadtrat beschließt das Konzept gegen die Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen.

„Wir haben Großes vor“ – mit diesen Worten umriss Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) am Mittwochabend im Stadtrat die Pläne für die Umgestaltung der Rathauszentren. Es sind gravierende Eingriffe in die Aufteilung, Optik und Struktur der Gebäude vorgesehen, die jetzt ein Potpourri verschiedener Baustufen abbilden. So soll es unter anderem eine breite und offene Passage vom Eierplatz zum Busbahnhof geben. Dafür wird der Flachbau abgerissen. Die Tiefgaragenausfahrt wird vom Monheimer Tor zum Berliner Ring verlegt, und die Fassaden der drei Einkaufszentren werden mit Klinkern einheitlicher gestaltet, als es bisher der Fall ist. Auch das Monheimer Tor erhält Ziegelbesatz. So soll ein ruhigeres Bild entstehen.

Nach intensiver Diskussion war die Peto-Mehrheit gegen die Stimmen von SPD, CDU, Grünen und FDP für das Konzept. Über die Anschaffung eines Kunstwerks (vier Millionen Euro) stimmten die Politiker auf Antrag der SPD separat ab –  mit demselben Ergebnis.  Für die Umsetzung inklusive Kunstobjekt sind Investitionen in Höhe von 90,6 Millionen Euro erforderlich.

Zuvor stellte Architekt Christian Heine, Bietergemeinschaft Böning & Glatzel / Heine Plan, den Politikern die von der Peto-Fraktion bevorzugte Variante A vor. Mit dem Bauprojekt wolle man „einen Paradigmenwechsel einleiten“, stellte er klar. Die drei bestehenden Center seien „nach innen“ entwickelt worden, jetzt gelte es, den Einzelhandel nach außen zu öffnen und die Gastronomie insbesondere am Eierplatz zu stärken. Der sei vom zentralen und belebten Busbahnhof abgeschnitten. Ein lichter, heller Durchgang führe die Fußgänger demnächst über den Platz zum Rathaus.

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Der Architekt möchte sowohl den Busbahnhof als auch den Eierplatz als Aufenthaltsfläche „erlebbar machen“. Interessant: Die Heinestraße wird wieder für den Verkehr geöffnet, damit Dienstleister, die dort angesiedelt werden sollen, und die Post Stellplätze haben.

Lisa Pientak (Peto) lobte die Pläne: „Das ist genau das, was die Monheimer Innenstadt braucht!“ Beim Kauf der Zentren habe man um die kleinteilige Struktur gewusst. Jetzt habe Monheim die Chance, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Zwar „haben es die Kosten in sich“, so Pientak, doch Peto favorisiere die Variante A, weil man sonst auf Büroflächen und damit auf Mieteinnahmen verzichten würde.

Manfred Poell (Grüne), der die „gelungene Verbindung zwischen Eierplatz und Busbahnhof“ hervorhob, machte sich hingegen um die Finanzierung Sorgen. „Wir haben doch die kostengünstigere Variante C.“ Alexander Schumacher kritisierte, durch die Neuplanung falle eine Mall (überdachte Passage), in der sich die Menschen aufhalten könnten, ohne in ein Lokal zu gehen, weg. „Wir sehen das mit gemischten Gefühlen.“ Und Markus Gronauer (CDU), der sich bisher immer für eine Modernisierung ausgesprochen habe, wie er sagte, merkte an: „Wir investieren sehr viel Geld in Bauvolumen. Das kann uns noch mal das Genick brechen.“ Großräumig Büros zu schaffen sei nicht das eigentliche Ziel gewesen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann entgegnete, man rechne bei der Immobilie mit einem Wertzuwachs von 20 Millionen Euro. Das sei die Summe, die über Kredite aufgenommen werde. 66 Millionen Euro würden komplett aus den Haushaltsüberschüssen genommen. Lucas Risse (Peto) stellte fest: „Die anderen Fraktionen wollen den Zustand verwalten. Wir wollen die Stadt gestalten und fit machen.“ Innen liegende Flächen, wie von der SPD gewünscht, seien nicht mehr zeitgemäß.

Und auch Daniel  Zimmermann sagte: „Ich weigere mich, dass wir Innenflächen schaffen, damit die Leute dort sitzen können.“ Schließlich seien 25 Prozent der neu zu gestaltenden Fläche Gastronomie-Betriebe, 75 Prozent seien Geschäfte, „bodenständige Läden mit guter Qualität“.