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Monheim: Das Programm gegen Baustellen-Frust

Monheim : Das Programm gegen Baustellen-Frust

Die Stadt Monheim startet im August das Projekt "360 Grad Heimat". Rund 55 000 Euro kostet die City-Offensive.

Baustellen machen Lärm, Dreck und halten Kunden fern. Das weiß auch die Verwaltung der Stadt Monheim und will die negativen Auswirkungen auf den Handel etwas mildern. "360 Grad Heimat" heißt das Projekt, das am 16. August, kurz nach Beginn des dritten Bauabschnitts an der Krischerstraße starten soll. Rund 55 000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. 35 000 Euro davon kommen als Preisgeld vom Land, das zum Wettbewerb "Ab in die Mitte! Die Cityoffensive NRW" aufgerufen hatte. Monheim bekam den Zuschlag für das Konzept gelungener Innenstadt-Aktivierung und wird gemeinsam mit der Agentur Noah! versuchen, trotz (Dauer-) Baustelle Kunden in die City zu locken.

"360 Grad Heimat" heißt der Titel für acht Veranstaltungen, die zwischen Sommer- und Herbstferien samstags stattfinden werden. "Die Menschen sollen ihre Innenstadt neu wahrnehmen", beschreibt Bürgermeister Daniel Zimmermann den Ansatz. Deshalb wird es zum Auftakt der Reihe zum Beispiel Baustellentheater geben mit verschiedenen Stationen rund um Krischerstraße, Rathausvorplatz und Alte Schulstraße. Ein Poetry Slam, Kunstprojekte und Fitnessangebote sollen während der Bauzeit präsentiert werden - möglichst von heimischen Akteuren.

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"Monheimer machen Programm für Monheimer" ist Bestandteil des Konzepts, das so auch die Einzelhändler nicht nur als Nutznießer, sondern auch Gestalter ihrer Innenstadt einbezieht. Am 13. September stehen die Händler im Mittelpunkt. Bei Modeschauen können sich Frisöre, Kosmetiker und Boutiquenbesitzer mit ihren Angeboten präsentieren. Während der Veranstaltungen wird ein Filmteam unterwegs sein und die Highlights zum Abschluss zusammenschneiden. Gezeigt wird "360 Grad Stadtgefühl" am Samstag, 27. September, vor dem Rathaus. Geplant ist auch eine Podiumsdiskussion.

Stephan Vogelskamp und seine Kollegin Ursula Wernerus von der Agentur Noah! werden der Stadt und den Monheimern bei der Gestaltung zur Seite stehen. Seit 2000 betreut die Agentur Stadtprojekte. Hintergrund ist die zunehmende Verödung der Innenstädte seit Mitte der 90er Jahre. 1999 startete das Land ein Pilotprojekt, um die Städte wieder attraktiver zu machen. "Wir haben uns gefreut, dass Monheim diesmal beim Landeswettbewerb gewonnen hat", so Vogelskamp. "Diese Stadt hat Spannung und lebt von den Gegensätzen zwischen dem Berliner Viertel auf der eine Seite und einer gesunden Mittelstandsstruktur auf der anderen", sagt er. Diese Pole gelte es zu integrieren. Mit ihrem Handlungskonzept, viele Akteure auf dichtem Raum zusammenzubringen, habe die Stadt die Jury überzeugt.

Ziel der städtischen Aktion ist es, Einzelhändlern und Dienstleistern über die Durststrecke "Dritter Bauabschnitt" zu helfen. Am 16. Juni, nach dem Stadtfest, soll die Baustelle an der Krischerstraße eingerichtet werden. Dort werden die Pavillons abgerissen, es soll eine Straße mit mehr Aufenthaltsqualität entstehen. Im Einmündungsbereich Lindenstraße wird es - ebenso wie vor dem Rathaus - einen Kreisverkehr geben. Auch das Kanalnetz wird im Zuge der Sanierungsarbeiten erneuert.

Damit haben die rund 150 Monheimer Händler und Dienstleister seit dem Umbau des Busbahnhofs und der Umgestaltung des Rathausvorplatzes die dritte Baustelle vor der Tür. Sie wird bis ins Jahr 2015 hineinreichen. Eine Pause ist von Ende November bis Ende Januar vorgesehen.

(RP)