Langenfeld: Das Geheminis des Sterns, der den Weg weisen will

Langenfeld : Das Geheminis des Sterns, der den Weg weisen will

Der Leiter der Sternwarte im benachbarten Solingen gehört zu den Experten, die sich seit Jahrzehnten mit dem Sternenhimmel und seinen Phänomenen beschäftigen: Dr. Frank Lungenstraß, der in Hilden wohnt und zudem bei der Volkshochschule Seminare gibt, hat auch eine Erklärung für den geheimnisvollen Stern, der über dem Stall von Bethlehem gestanden und den drei Weisen den Weg gewiesen haben soll.

"Im Jahre 7 vor unserer Zeit gab es ein besonderes Treffen der beiden Planeten Jupiter und Saturn", erklärt Lungenstraß. "Damals standen die beiden Planeten so hintereinander, dass sie von der Erde fast wie ein einziger Lichtpunkt ausgesehen haben. Und durch die Bewegung aller Planeten hat dieses Treffen sogar dreimal stattgefunden – eine ganz besondere Konstellation, die sich seit damals nicht wiederholt hat." Wie sicher diese Erklärung ist, ist nicht sicher: Astronomen machen Vorschläge zum Phänomen des Weihnachtssterns, sie waren nicht dabei. "Aber", so der Sterndeuter, "es gab damals eine auffällige Leuchterscheinung, die die Menschen vorher noch nicht gesehen hatten und die es wahrscheinlich auch seit damals nicht gegeben hat – das ist doch etwas Besonderes!" Dass ein Stern oder mehrere Sterne zu Wegweisern wurden, war früher üblicher und weniger symbolisch gemeint als heute: Am Sternenhimmel kann man sich gut orientieren, die Seefahrer vergangener Jahrhunderte konnten mit den Sternen präzise navigieren. "Sterne weisen uns auch den Weg in die Tiefen des Universums", sagt Lungenstraß, "und gerade jetzt in einer klaren Winternacht kann der Blick an den Sternhimmel faszinierend sein. Vielleicht finden wir ja dabei auch einen neuen Weihnachtsstern." Darauf hatten die Astronomen bis vor kurzem gehofft. Es sah so aus, als ob ein Komet pünktlich zur Weihnacht zu sehen sein würde. Daraus ist nichts geworden.

(gök)