Monheim: Das Baumberger Gerätehaus ist zu klein

Monheim: Das Baumberger Gerätehaus ist zu klein

Im Monheimer Brandschutzplan sind die Mängel aufgelistet: Es fehlen Stellplätze und eine "Schwarz-Weiß-Trennung".

Das Gerätehaus in Baumberg muss erweitert werden. Und die hauptamtliche Feuerwehr bekommt acht weitere Stellen. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des jetzt aktualisierten Brandschutzbedarfsplanes. Dieses Gutachten legt unter anderem fest, welche typischen Einsatzarten der Feuerwehr, etwa das Löschen eines Wohnungsbrandes, mit wie viel Personal in welcher Zeit ausgeführt werden müssen.

Das Gute vorweg: Das Gutachten bescheinigt den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr einen guten Ausbildungsstand. Das Problem: Unter der Woche sind sie tagsüber nur sehr begrenzt verfügbar. Deshalb raten die Gutachter, den Bestand an Hauptamtlichen um zwei weitere Funktionen - zum Beispiel als Sicherheits- oder weiterer Angriffstrupp zur Menschenrettung - und dies Rund-um-die-Uhr zu erhöhen. "Um eine Funktion an fünf Tagen die Woche besetzen zu können, benötigt man vier Mitarbeiter", erläutert Torsten Schlender, Leiter der Feuerwache. Dadurch sei gewährleistet, dass nicht nur innerhalb der ersten acht Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort, sondern auch in den folgenden fünf Minuten (2. Eintreffzeit) genügend Kräfte im Einsatz sind. "Damit können wir künftig die 2. Eintreffzeit sicher abdecken, wo uns oft die ehrenamtlichen Kräfte fehlen, das gilt auch für die Nächte", sagt Schlender.

Das Gutachten lobt auch die "solide personelle Ausstattung" der Freiwilligen Feuerwehr: "Im Landesvergleich stehen wir hier sehr gut da, weil wir Abgänge immer mit Neuzugängen kompensieren können", so Schlender. Dennoch finden die Gutachter, dass der Löschzug Baumberg noch weitere Kräfte benötigt. "Wehrleiter Baur arbeitet an einem Motivationskonzept, mit dem wir unsere vorhandenen Kräfte halten und neue Leute anwerben wollen." Obwohl eine gute Ausstattung wie neue Helme und Schutzkleidung schon sehr motivationsfördernd seien, soll über etwaige Vergünstigungen nachgedacht werden, wie ermäßigte Eintrittspreise bei öffentlichen Einrichtungen, bei Bustickets oder bei der Sportvereinsmitgliedschaft. Außerdem soll überlegt werden, ob man Angehörige anderer Freiwilliger Feuerwehren, die in Monheim arbeiten, mitalarmieren könnte. "Das müsste man erstmal herausbekommen, um diese Kollegen gezielt ansprechen zu können - und dann müsste man auch mit den Arbeitgebern sprechen", so Schlender.

Nachdem als Ergebnis des Brandschutzbedarfsplanes von 2012 jetzt die Hauptwache umfassend erweitert wird, soll als auch das Gerätehaus in Baumberg auf den neusten technischen Stand gebracht werden: "Wir brauchen in der Fahrzeughalle mehr Stellplätze, vorhanden sind zwei, wir planen jetzt mit fünf" sagt Hartmut Baur, Chef der Monheimer Feuerwehr. Außerdem gibt es in der Halle keine Abgasabsaugeanlage. Ebenso gesundheitsschädlich ist die fehlende Schwarz-Weiß-Trennung für Arbeits- und Privatkleidung, denn so können Rußpartikel und anderer Schmutz in die eigene Wohnung getragen werden. "In der neuen Wache werden jetzt die Dusch- und Waschräume als Schleuse zwischen Schwarz- und Weißbereich eingerichtet", so Baur. "Nach dem Einsatz wird man dort künftig die dreckige Kleidung direkt in der Wäschekammer ablegen können." Ein weiteres Problem in Baumberg: Für die vier weiblichen Feuerwehrangehörigen gibt es keine separaten Umkleiden und Duschen. Auch die Lagermöglichkeiten für das Vereinsleben der Feuerwehr sind begrenzt. "Das wird ein Problem werden, das alles auf Erdgeschossniveau abzubilden", so Baur. "Insgesamt", urteilt Schlender, "haben wir uns seit dem ersten Brandschutzbedarfsplan 2002 in Quantensprüngen verbessert."

(RP)