Deutschrap aus dem Kreis Mettmann : Dako: Frische HipHop-Ideen werden im Netz gut geklickt

Das Label „L’adresse“ unterstützt junge Musiker. Einer von ihnen ist Dako, 18 Jahre alt und Abiturient. Mit seiner Musik will er die Menschen erreichen.

Dako hat Potenzial, das haben Manager Can Okuscuk und der Investor des Musiklabels „L’adresse“, den alle unter Akin kennen, erkannt. Der 18-jährige Dako, der gerade sein Abitur am Helmholtz-Gymnasium in Hilden gemacht hat, macht Musik. Genauer gesagt: Er rappt. Und das schon jetzt recht erfolgreich: Seine Single „Out in the cold“ hat auf YouTube fast 12.000 Klicks. „Der Junge ist engagiert, sieht gut aus und hat eine tolle Ausstrahlung“, sagt Akin, der Dako unter Vertrag genommen hat.

Dako ist ein Künstlername, zusammengesetzt aus dem Vor- und Zunamen Danyal Kocak. Danyals Mutter ist Deutsche, sein Vater Türke, „eine coole Mischung, die gerade bei der jungen Zielgruppe sehr gut ankommt“, sagt Can Okuscuk. Es ist heiß an diesem Tag im Studio, Dako bringt Wasser und Capri-Sonne für alle mit, bevor er sich die Kopfhörer aufsetzt und mit Produzent Dominik alias Omnio für ein Foto hinter sage und schreibe 1200 Rigips-Platten verschwindet, die einen perfekten Schallschutz bieten. Überhaupt ist das Studio an der Hildener Bahnhofsallee sehr professionell eingerichtet, super Technik, gemütliche Chesterfield-Sofas, ein großer Fernseher, um die Songs von Dako und anderen Künstlern anschauen zu können.

Der Zusammenhalt im Team ist sehr groß, alle gehen höflich miteinander um, alle wissen, dass ein Musikvideo ein gemeinsames Werk ist. „Antarktis“, Dakos neuestes Werk, wurde gerade veröffentlicht, mehr als 400 Klicks hat es schon innerhalb weniger Stunden. Spotify, Apple Music, Instagram, YouTube und Tik Tok, das seien die wichtigsten Kanäle, wenn man heutzutage mit Musik erfolgreich sein will, sagt Omnio, der gemeinsam mit zwei weiteren jungen Männern  Dakos Songs produziert. Denn mit dem Singen allein ist es nicht getan: Da muss gemixt und gemastered werden, das Video dreht ein Hildener Kameramann, die Statisten auf den Videos sind Dakos Freunde.

Was er mit seiner Musik erreichen will? „Ich möchte, dass meine Familie stolz auf mich ist, dass ich meinen Eltern etwas zurückgeben kann, dass ich meine Familie vielleicht sogar irgendwann von der Musik ernähren kann. Und ich möchte die Menschen erreichen. Musik ist so voller Emotionen, damit kann man viel bewirken.“ Kreativ sei er schon immer gewesen, sagt Dako, und könne dies nun nach dem Abitur noch stärker ausleben, drei bis zehn Stunden verbringt das Team derzeit dort. 

Die Songs sind sehr modern, was Beat, Texte und Kameraeinstellungen angeht, aber nicht immer gleich, sondern decken unterschiedliche Stilrichtungen ab, „Antarktis“ ist beispielsweise ein cooler Sommersong, „Out in the cold“ eher von düsterer Herbststimmung. Ein Traumtänzer ist Dako trotz seines Vertrags nicht: Im Herbst wird er in Düsseldorf sein Studium beginnen.

Investor Akin, der mit einigen bekannten Deutsch-Rappern sehr gut befreundet ist, ist es wichtig, jungen Leuten eine Perspektive zu bieten. Auch sein Sohn und dessen Freunde, zwölf bis 13 Jahre alt, versuchen sich an diesem Tag schon im Tonstudio und hören sich beinahe ehrfürchtig Dakos Songs an, den sie verehren für seine coole Musik und dafür, dass er schon einen richtigen Vertrag hat.

Der nächste Schritt des jungen Künstlers ist ein Mixtape. „Das soll ein Portfolio werden, damit wir an größere Labels wie Sony oder Warner herantreten können“, erklärt Can Ocuscuk. „Dann können Dakos Songs noch viel mehr Menschen erreichen. Und das alles aus eigener Kraft, ohne Fördergelder, einfach mit einem guten Team.“